Image: „Minority Report“: Ein Lexus, der Wände hochfährtDas Filmauto von Tom Cruise inspirierte Autobauer weltweit. | Lexus/Toyota GmbH
NewsHollywood-Serie Teil 3

„Mino­rity Report“: Ein Lexus, der Wände hoch­fährt

Lesezeit ca.: 4 Minuten

In Teil 3 unserer Hollywood-Serie schauen wir auf den Film „Minority Report“, der 2002 anlief. In dem Science-Fiction-Epos, das im Jahr 2054 spielt, besetzt ein visionärer Lexus eine wichtige Rolle – neben Tom Cruise.

18. August 2020

Wir schreiben das Jahr 2054. John Anderton ist auf der Flucht. Er rennt über Gleise und durch kaputte Zäune ins Industrie­ge­biet hinein in eine große Produkti­ons­halle. Es ist das Werk des Automobil­her­stel­lers Lexus, so wie es sich Hollywood im Jahr 2054 vorstellt. Es kommt zu einem Zweikampf auf dem Fließband, dann liegt Anderton am Boden. Über ihm führen zehn schwingende Roboterarme eine automati­sierte Choreografie auf, Sitzschalen werden auf Karosserien gepresst, es wird unter Hochdruck montiert, Menschen sind weiter nicht zu sehen. Die Niederlage des Helden scheint nah, er wird begraben von Hightech-Maschinen im voll automati­sierten Automobil-Werk.

Futurismus par excellence

Dann rollt ein frisch gebauter Wagen des Modells „Off-Systems Sports Car“ vom Band. Bei einem Blick durchs Seitenfenster offenbart sich, was man schon ahnte und hoffte: Der Held, gespielt von Tom Cruise, entkommt natürlich, und zwar im Auto. Dies war nur eine von vielen Verfolgungs­jagden, die Steven Spielberg 2002 im Science-Fiction-Film „Minority Report“ inszenierte. Cruise spielt John Anderton, einen sogenannten „Precrime“-Cop in einer Spezialab­tei­lung der Polizei, die Morde vorhersagen kann und die Täter bereits vor der Tat verhaftet. Dann aber wird Anderton selbst als Zukunfts-Mörder identifi­ziert, der Protagonist befindet sich auf der Flucht vor seinen ehemaligen Kollegen – und vor der Technologie.
 

Denn die spielt in dem Zukunfts­sze­nario die vielleicht spannendste Nebenrolle – vor allem ein visionäres Auto der Marke Lexus. Was „Minority Report“ an Innovationen auf die Leinwand brachte, war seinerzeit Futurismus par excellence – in einer Zeit, kurz nach der Jahrtausend­wende, da sich die reale Welt noch auf dem Stand eines Nokia 3210 befand. „Fast jede technolo­gi­sche Idee im Film hat in der Folge zu Start-ups oder Initiativen großer Unternehmen geführt, die diese Sachen entwickeln wollten“, sagte John Underkoffler, seinerzeit Technologie-Berater von Spielberg, in einem Interview. „Der Film wurde regelrecht zur Einkaufs­liste.“ Im Laufe der Zeit wurden mehr als 100 Patente angemeldet, die auf der cineasti­schen Zukunfts­vi­sion von Steven Spielberg basieren.

Elektromotor mit 670 PS

Populär wurde vor allem das eigens für den Film konzipierte Auto, das „Off-Systems Sports Car“, oder kurz: Lexus 2054. Regisseur Spielberg hatte sich eigens für den japanischen Autobauer eingesetzt – weil er seinerzeit privat ein Fahrzeug der Marke fuhr. Das Concept Car wurde vom renommierten deutschen Produktde­si­gner Harald Belker entworfen, der auch schon das Batmobil in „Batman & Robin“ gestaltet hatte. In „Minority Report“ braust ein knallroter, autonom fahrender Sportwagen in futuristi­schem Design durch die Welt der Zukunft. Ein Auto, das seine Fahrer an der Haustür abholt – auf Wunsch auch im 100. Stockwerk. Der Wagen gleitet dann senkrecht die Hochhaus­wand hinab und fädelt sich automatisch in den Highway-Verkehr ein. Er wird angetrieben von einem Elektromotor, der Energie aus einer Brennstoff­zelle bezieht und umgerechnet 670 PS auf die Straße bringt. Klingt wie ein zeitgemäßes Konzept-Auto, war damals aber noch fantasti­sche Vision. 

Heute ist die Technologie nahezu real. Das meistver­kaufte Brennstoff­zellen-Auto der Welt ist der Toyota Mirai, Partner-Marke von Lexus. Und sogar der autonome Abholser­vice im 100. Stock ist keine Utopie mehr. Wer sich zum Beispiel ein Luxus-Appartement im Jahr 2017 eröffneten Porsche Design Tower in Miami ergattern konnte, kommt in den Genuss der sogenannten Sky-Garagen. Befördert werden die Autos von speziellen Aufzügen bis in die eigene Wohnung – vollkommen autonom und auf bis zu 198 Meter Höhe.

Gestern Science-Fiction, heute altmodisch

Der „Minority Report“-Lexus hat noch mehr Finessen zu bieten: sich selbst reparierendes Material, Infrarot-System zur Unfallver­mei­dung, DNA-Erkennung für Türöffnung und Motorstart, Erkennungs­system für individu­elle Stimmungs­lage mit entsprechender Anpassung der Ambiente-Beleuchtung. Auch diese Sonderaus­stat­tung ist schon lange nicht mehr nur Science-Fiction. 2017 etwa wurde mit der Lamborghini-Studie Terzo Millenio ein Elektro-Fahrzeug-Konzept vorgestellt, dessen Sensoren kleine Schäden in der Karosserie erkennen und mithilfe einer chemischen Flüssigkeit sofort reparieren kann.

Infrarot-Technologie zur Vermeidung von Unfällen? Das ist aus heutiger Sicht schon fast altmodisch. Moderne Assistenz­sys­teme arbeiten mit Kamera-, Radar- und Lidar-Technologie, um Unfälle zu vermeiden. Ein DNA-Test klingt zwar bis heute neu – ist aber letztlich gar nicht nötig, wie die jüngst präsentierte Studie Renault Morphoz zeigt. Mithilfe von Kamera- und Sensor-Daten ist das Elektro-Crossover in der Lage, seine Fahrer zu identifi­zieren. Gibt der Morphoz das Lichtsignal der erfolgrei­chen Identifi­ka­tion, muss der Fahrer nur noch winken, das Fahrzeug öffnet sich, der Sitz fährt in die entsprechende Position, die Ambiente-Beleuchtung wird dem persönli­chen Geschmack angepasst. Auch der Zulieferer Brose stellte bereits eine Studie mit Wink-Öffnung vor, das Elektro-Auto-Start-up Byton setzt auf Wagenöff­nung per Gesichts­er­ken­nung.