Image: Der Renault Mégane R.S. – gemacht für GeschwindigkeitEingespieltes Trackday-Duo: Steffen Horwath und sein Renault Mégane R.S. // Dirk Behlau
Car StoriesZuhause in der Grünen Hölle

Der Renault Mégane R.S. – gemacht für Geschwin­dig­keit

Lesezeit ca.: 4 Minuten

7:54,36 – für die meisten ist es eine bloße Anreihung von Zahlen, eine schlichte Zeitangabe. Für Steffen Horwath hingegen markiert diese Zahlenkom­bi­na­tion den Beginn seiner ganz persönli­chen Renntrecken-Ära.

18. Dezember 2018
Details Renault Mégane R.S. Steffen Horwath Absolut renntauglich: Lenkrad, Sitze und Gurte zeugen vom Einsatzbereich des Mégane. // Dirk Behlau

Schon als Kind war Steffen Horwath von Autos fasziniert. Geprägt durch die Erfolge seines Kindheits­idols Michael Schumacher zog es ihn früh selbst auf die Strecke. „Im Kart habe ich erstmals die Faszination des Geschwin­dig­keits­ge­fühls gespürt.“ Bis heute hat sie ihn nicht mehr losgelassen. Im Jahr 2014 hoben zwei Schlüssel­er­leb­nisse diese Leidenschaft auf eine neue Stufe. Steffen Horwath absolvierte seinen Masterstu­di­en­gang in Koblenz, nur eine Autostunde vom Nürburgring entfernt. „Klar, dass ich dann die Chance nutzen wollte, selbst einmal auf diesem Mythos zu fahren.“ Damals noch mit einem 18 Jahre alten 3er-BMW und sehr vorsichtig tastete sich Steffen Horwath durch die berühmt-berüchtigte Grüne Hölle – doch das reichte, um ihn mit dem Racing-Virus zu infizieren. Im gleichen Jahr stellte zudem Renault mit dem Mégane einen neuen Rundenre­kord für frontange­trie­bene Serienfahr­zeuge auf der Nordschleife auf: 7:54,36 Minuten. „Da ich viele Auto- und Motorsport-Zeitschriften lese, hatte ich natürlich auch von dem Rekord mitbekommen. Der Mégane gefiel mir gut und er war erwiesener­maßen schnell auf der Strecke. Da war mir schnell klar, welches Auto meinen in die Jahre gekommenen BWM als Rennfahr­zeug ablösen würde.“

Leistungs­ver­gleich mit Gleichge­sinnten

Gesagt, getan. Am daraufhin erstandenen Mégane ließ der Experte für Bremsen-Akustik das Fahrwerk optimieren, zog renntaug­liche Reifen auf, wechselte auf temperatur­re­sis­ten­tere Bremsbeläge, erneuerte Bremsflüs­sig­keit und Öl. Die Titan-Abgasanlage samt Carbon-Blende sorgt für den standesge­mäßen Sound. In den letzten drei Jahren war Horwath auf vielen Rennstre­cken unterwegs: Vor allem auf seiner Lieblings­strecke, dem Nürburgring, aber auch auf dem Hockenheim­ring, dem Sachsenring, dem Bilster Berg, und dem französi­schen Rundkurs Anneau du Rhin. „Ich nehme an rund zehn Wochenenden im Jahr an Trackdays teil, also an Veranstal­tungen, an denen man den ganzen Tag auf der Rennstrecke fahren, und sein Können verbessern kann.“ Meist sind es Trackdays, die von Renault organisiert werden. „Das Schöne an diesen Events ist, dass man Gleichge­sinnte trifft, die meist ebenfalls mit Méganes unterwegs sind. Da sind die Vorausset­zungen sehr homogen, sodass ein intensiveres Rennfeeling aufkommt, als etwa beim Leistungs­ver­gleich mit einem Porsche 911er“, so Steffen Horwath. Hinzu kommt bei den vom Hersteller organisierten Events immer wieder auch die Möglichkeit, von vorausfah­renden Profis die Ideallinie zu lernen. „Das bringt mich als Hobbyfahrer natürlich einen großen Schritt weiter.“

Steffen Horwaths Renault Mégane R.S.Kurze Ruhepause im Halbfreifeldraum der M Plan Niederlassung Weissach. Doch den Mégane zieht es eindeutig auf die Strecke. // Dirk Behlau

„Ich genieße das Fahrgefühl, die Fliehkräfte“

Lernen, studieren, herantasten – dies die Vorgehens­weise von Steffen Horwath, mit der er sich auf die Renntage vorbereitet. „Ich beschäftige mich schon vorab viel mit den Strecken, mache mich am Computer mit dem Verlauf und der Topograhpie vertraut und schaue mir auf Youtube Videomate­rial anderer Fahrer an. So weiß ich in etwa, was mich erwartet, auch wenn es vor Ort dann doch wieder ein ganz anderes Erlebnis ist.“ Auf den ersten Runden, die Steffen Horwath dann bei einem Trackday absolviert, überwiegen Adrenalin und Aufregung. „Es ist immer etwas Besonderes, auf einer Rennstrecke zu fahren. Ich genieße zunächst einfach das Fahrgefühl und die Fliehkräfte, teste aus wo die Grenzen liegen. Nach drei, vier Runden konzentriere ich mich dann aber darauf, meine Zeiten, meine Fahrlinie zu verbessern.“ Dabei geht Steffen Horwath trotz seiner Leidenschaft für Geschwin­dig­keit mit Bedacht vor. „Ich nähere mich dem Limit lieber stetig von unten her, als dass ich direkt überreize und abfliege.“ Im Kiesbett oder gar in der Leitplanke hat er sich daher bislang auch noch nicht wiederge­funden. „Glücklicher­weise nicht, auch wenn ich das Auto schon das eine oder andere Mal abfangen musste. Das Schöne am Mégane ist aber, dass er mir sehr direkt vermittelt, wenn ich mich dem Grenzbereich nähere.“

Details Renault Mégane R.S. Steffen Horwath R.S. – Renault Sport: Der Mégane fühlt sich auf der Rennstrecke am wohlsten. // Dirk Behlau

Potenzial nach oben ist vorhanden

9:10 Minuten – so lautete die persönliche Bestmarke von Steffen Horwath auf den als „Bridge to Gantry“ bekannten und im öffentli­chen Betrieb gewerteten 20,8 Kilometer Nordschleife. Eine Minute und 15 Sekunden sind es noch bis zur – mittlerweile wieder unterbotenen – Mégane-Bestmarke. Für die kommende Saison soll in Steffen Horwaths Wagen die Rücksitz­bank für einen Überroll­bügel oder Käfig weichen. Leichtere Felgen, neue Reifen und ein nochmals mehr auf die Rennstrecke abgestimmtes Fahrwerk sollen mehr versteckte Leistung freisetzen. Mit einem breiten Grinsen stellt Horwath fest: „Es ist auf jeden Fall noch Potenzial nach oben vorhanden.“