Image: Mobilität im Namen der FledermausDas Batmobil ist seit jeher ein treuer Begleiter von Batman. | Jennifer Graylock, flickr.com

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NewsHollywood-Serie Teil 5

Mobi­lität im Namen der Fleder­maus

Lesezeit ca.: 5 Minuten

Wenn Hollywood Autos entwirft, dann wird’s verrückt… Obwohl, viele Film-Erfindungen sind tatsächlich automobile Realität geworden. Wir zeigen in unserer Blog-Serie, wie „Zurück in die Zukunft“, „Blade Runner“ & Co. die Automobil­welt von heute beeinflussten. Teil 5: „Batman“.

19. November 2020

Ein schwarzes Auto biegt um die Ecke. Zwei Fußgänger auf dem Bürgersteig schauen dem langgezo­genen, flachen Wagen kurz hinterher. Der Grund: Hinter dem Steuer ist kein Fahrer zu sehen. Wie von Geisterhand gesteuert fährt das Auto durch die regennassen Straßen. Plötzlich rennen zwei spielende Kinder auf die Straße. Die beiden erstarren, als sie das Geisterfahr­zeug auf sich zukommen sehen. Doch der Wagen bremst ab, lässt die Kinder die Straße überqueren und setzt erst dann seine Fahrt fort.

Nein, diese Szene stammt aus keinem modernen Lehrfilm, der die Funktion autonom fahrender Autos erklärt. Es handelt sich um einen Ausschnitt aus dem Film „Batman: The Movie“, der im Jahr 1966 in die Kinos kam. Und der schwarze Wagen war nicht irgendein Fahrzeug, sondern das wohl populärste Comic-Auto der Welt: das Batmobil. Jener fiktionale Wagen von Multimil­lionär Bruce Wayne, der als Batman in Gotham-City auf Verbrecher­jagd geht. Das Batmobil ist nicht nur bis heute sein mystischer, düstererer Begleiter – es gab auch gleich mehrfach Ausblicke auf die Mobilität der Zukunft.

Batmobil bleibt zeitlos

Im Gegensatz zu vielen anderen berühmten Hollywood-Autos wie etwa dem DeLorean aus den „Zurück in die Zukunft“-Filmen oder dem roten Lexus aus „Minority Report“ gibt es nicht das eine, unverwech­sel­bare Batmobil. Vielmehr wandelte sich Batmans Fahrzeug im Laufe der Jahrzehnte: zunächst in den Comics, und anschlie­ßend auch auf der Leinwand. „Das Batmobil ist immer auch ein Symbol der Zeit, in der sich der Film bewegt“, sagt Harald Belker, einer von Hollywoods gefragtesten Filmauto­de­si­gnern. Er entwarf 1997 das Batmobil für den Film „Batman & Robin“. Belker erklärt das im Gespräch mit dem Autor von M Plan am Beispiel der Batman-Filme von Regisseur Christopher Nolan aus den frühen 2000er-Jahren: „Der damals weltweit steigende Militärein­fluss floss ins Design des Batmobils mit ein. Natürlich in der typisch fantasti­schen Art und Weise, die gerade noch Sinn macht. So bleibt das Batmobil zeitlos.“ Damals fuhr Batman in einem panzerähn­li­chen Koloss umher, der ganze Autos unter sich zermalmen und dank eines Raketenan­triebes sogar von Dach zu Dach springen konnte.

Erstmals wurde Batmans Wagen 1941 in der Comic-Reihe „Detective Comics“ gezeigt: das Batmobil hatte damals aber weder einen Raketenan­trieb, noch war es mit den diversen anderen technischen Spielereien ausgestattet. Es handelte sich um ein schlichtes, rotes (!) Cabrio. Doch im Laufe der Jahre wurde das Batmobil umgestaltet. Im Jahr 1966 feierte es in Regisseur Leslie Martinsons „Batman: The Movie“ Premiere, einem Film, der in deutschen Kinos mit dem Titel „Batman hält die Welt in Atem“ über die Leinwand flimmerte. In bisher keinem anderen Batman-Film wurden wohl so viele spätere Innovation der Mobilitäts­in­dus­trie vorwegge­nommen. 

GPS-System und selbst reparierende Reifen

Das Batmobil von 1966 konnte nämlich nicht nur ohne Fahrer unfallfrei durch die Straßen sausen. Es hatte im Innenraum einen kleinen Bildschirm verbaut, auf dem Batman nicht nur Fernsehen, sondern auch mittels eines „Ganoven-Scanner“ die Spur von Verbrechern verfolgen konnte. Im Grunde hatte das Batmobil also bereits damals so etwas wie den Vorläufer eines modernen GPS-Systems an Bord. Erst 1989, also mehr als 20 Jahre nach Erscheinen von „Batman: The Movie“, brachte der deutsche Zulieferer Bosch das erste serienreife Navigati­ons­system auf den Markt. Es sollte nicht das einzige Mal bleiben, dass Batman der Zeit voraus war. Schon sechs Jahre, bevor 1972 im Volvo 140 erstmals ein Gurtwarner eingebaut wurde, schrillte im Batmobil ein Alarmsignal auf, als Batmans Gehilfe Robin sich für eine kurze Fahrt nicht anschnallen wollte.

Und als Landminen die Reifen des Batmobils zerstörten, flicken die Pneus sich via Knopfdruck einfach selbst. Sich selbst reparierenden Reifen – bis heute versuchen sich die Reifenher­steller an einem solchen Gummi. Zuletzt stellte der Zulieferer Continental auf der IAA 2019 einen Reifen-Prototyp vor, der während der Fahrt durch die Zentrifu­gal­kraft Luft ansaugt und so den Reifenfüll­druck stets im Idealbereich halten soll. Die angesaugte Luft kann dabei künftig entweder direkt in den Reifen geleitet werden, oder aber in einem Mini-Druckluft­tank im Rad gespeichert werden.

Nicht alle Spielereien wurden Realität

1989 kehrte die Fledermaus im Film „Batman“ nach über 20 Jahren zurück auf die Kinolein­wand. Regie führte diesmal der für seine verrückten und skurrilen Umsetzungen bekannte Tim Burton („Edward mit den Scherenhän­den“, „Alice im Wunderland“, „Planet der Affen“). Zwar bekam das Batmobil einen neuen, futuristi­scheren Look verpasst; doch auch unter Burtons Führung konnten die kreativen Ausstattungs-Ideen aus den 60er-Jahren nur noch ausgeschmückt werden. Das autonom fahrende Batmobil machte die Gangster aus Gotham-City nach wie vor sprachlos. Neu war allerdings, dass Batman sein Auto auch durch Sprachbe­fehle fernsteuern konnte. Damit war Batman also seiner Zeit abermals voraus. Denn heute setzen viele Autohersteller tatsächlich auf Sprachsteue­rungs­dienste. Mercedes etwa präsentierte 2018 auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas unter großem Staunen das Infotain­ment-System MBUX (Mercedes Benz User Experience), das durch Sprachbe­fehle gesteuert werden kann. 

Natürlich hatte das Batmobil im Laufe der Zeit auch diverse Spielereien verbaut, die bis heute nicht Realität geworden sind. Zum Glück muss man sagen. Denn Laserkanonen, Rammböcke und Supermagneten hätten die Straßen wohl nicht wirklich sicherer gemacht. Im nächsten Jahr geht Batman erneut auf Verbrecher­jagd. Dann kommt der Film „The Batman“ mit Robert Pattinson in der Rolle des Fledermaus­mannes heraus. Es bleibt abzuwarten, welche Tricks sein Batmobil draufhat.