Daniel Raukohl von M Plan Dortmund unterstützt einen Systemlieferanten bei der Entwicklung mechanischer Bremskomponenten für Schienenfahrzeuge.
Erfahrungsberichte

Schienenfahrzeuge

Kaum zu bremsen

Wenn es ums Thema "Bremse" geht, ist er kaum zu bremsen: Daniel Raukohl von M Plan Dortmund unterstützt einen international tätigen Systemlieferanten bei der Entwicklung mechanischer Bremskomponenten für Schienenfahrzeuge.

10. Dezember 2014

Safety first – so heißt die oberste Devise bei der Entwicklung mechanischer Bremskomponenten für Schienenfahrzeuge. Neben der sicherheitsorientierten Erhöhung der Leistungs- und Zuverlässigkeit – unter anderem durch eine optimierte mechanische und thermische Belastbarkeit – stehen eine Reihe weiterer Zielsetzungen im Fokus der branchenweiten Entwicklungsaktivitäten. Beispielsweise ein geringerer Verschleiß der Komponenten, ein minimierter Wartungs- und Platzbedarf, Gewichtseinsparungen durch Leichtbau sowie eine durch Modularisierung erreichte flexiblere Integration der Systeme. 

Anforderungen, die zum Teil auch bei der aktuellen Tätigkeit von Daniel Raukohl aus der M Plan-Niederlassung Dortmund eine Rolle spielen. Denn der Maschinenbauingenieur entwickelt und konstruiert für einen international operierenden Systemlieferanten von Fahrzeugkomponenten unter anderem Bremsscheiben, aber auch Bauteile wie Bremsbelaghalter und Bremsbeläge. „Nachdem ich bislang ausschließlich Unternehmen im Automobilbereich unterstützt habe, ist es für mich sehr interessant, auch in diesem Zweig der Mobilitätsindustrie Erfahrungen sammeln zu können.”

Beeindruckende Kräfte

Die von ihm mitentwickelten Bremskomponenten kommen weltweit in Schienenfahrzeugen aller Art zum Einsatz. „Das Spektrum reicht von der Straßenbahn über Regionalzüge bis hin zu hochmodernen Schnellzügen der marktführenden OEMs.” Bauformseitig geht es vor allem um Rad- und Wellenbremsscheiben aus Grauguss oder Stahl, die zum Teil als Variantenkonstruktionen, aber auch als Neu- und Weiterentwicklungen angelegt sind. Beispielsweise was die Materialseite anbelangt. Hier geraten unter Leichtbauaspekten zunehmend auch alternative Werkstoffe, wie zum Beispiel Aluminium oder Faserverbund-Keramik-Werkstoffe, in den Blickpunkt von OEMs und Systemlieferanten. „Die Lebensdauer ist bei alldem ein wichtiger Faktor, und dieser wird entscheidend von der Temperaturseite her beeinflusst”, weiß der Maschinenbauingenieur. Schließlich forcieren maximale Leistungsanforderungen mit einer entsprechenden Temperaturentfaltung den Verschleiß von Scheibe und Belag. „Der Standfestigkeit der Bremsscheiben kommt daher eine besondere Bedeutung zu.” Die erforderlichen Berechnungen zur Absicherung seiner konstruktiven Arbeit erfolgen in der dafür zuständigen Fachabteilung. Fasziniert zeigt sich der 42-Jährige von den Dimensionen der Bauteile bei Schienenfahrzeugen, die naturgemäß „ein paar Nummern größer ausfallen” als in der Automobilindustrie. „Dort wiegt die gesamte Bremsanlage erheblich weniger als die Bremsscheibe eines Schienenfahrzeugs, die es allein auf zirka 50 Kilogramm bringt. Es sind schon beeindruckende Kräfte, die innerhalb eines solchen Systems greifen und auf dieses einwirken.”

Neuer Bremsbelaghalter

Aktuell ist der M Plan-Mitarbeiter an der Konstruktion eines neuen Bremsbelaghalters beteiligt. Die konstruktiven Abläufe entsprechen dabei dem in der Technik-Branche üblichen Prozedere: „Man erhält die Aufgabe, entwickelt einen Lösungsansatz, spricht diesen im Team durch, setzt die Lösung konstruktiv um und gibt sie zur Prüfung an den Berechner. Im positiven Fall leitet man die Entwürfe in Zeichnungen ab und stimmt die Herstellbarkeit ab. Ansonsten erfolgen Modifikationen, bis es passt. Am Ende dieses Prozesses steht dann die Zusammenstellung und abschließende Prüfung der Fertigungszeichnungen.”  Und wie sieht Daniel Raukohl die Unterschiede in den beiden Mobilitätswelten Automobil- und Bahnindustrie? „Diese sind vom Grundsatz her keineswegs extrem unterschiedlich”, lautet sein Urteil. „Tatsache ist, dass mir die im Automotive-Bereich gesammelten Erfahrungen in der Schienenfahrzeugtechnik durchaus zugutekommen.”

Zur Person: Daniel Raukohl 

Dipl.-Ing. (FH) Daniel Raukohl, Jahrgang 1972, hat an der Fachhochschule Dortmund Maschinenbau mit den Schwerpunkten Maschinen-, Energie- und Umwelttechnik studiert. Für die örtliche M Plan-Niederlassung unterstützte er bereits eine Reihe von Projekten im Automotive-Bereich. Als gebürtiger Dortmunder ist bei Daniel Raukohl „die Liebe zum BVB genetisch festgelegt”. Gelegentliche Heimspielbesuche sind daher selbstverständlich („Eine Dauerkarte muss man schon erben.”). In seiner Freizeit unternimmt der M Plan-Mitarbeiter außerdem gern Fahrradtouren.