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Car StoriesHot Rod

Würth will zurück zu seinen Wurzeln

Lesezeit ca.: 4 Minuten

Ein Hot Rod als Aushänge­schild für ein internatio­nales Unternehmen für Montage und Befestigungs­ma­te­rial – wie passt das zusammen? Der Hot Rod soll laut Würth die Perfektion und die Leidenschaft am Handwerk demonstrieren. Zurück zu den Ingenieurs­wur­zeln – der Liebe zur Technik.

19. Dezember 2014

Im Herbst dieses Jahres präsentierte Würth Österreich das Projekt, welches in Zusammen­ar­beit mit dem bekannten Airbrusher Knud Tiroch entstand. Warum will Würth ausgerechnet einen Hot Rod? Ganz einfach – das Fahrzeug soll die Qualität der Würth-Produkte widerspie­geln und die Kernkompe­tenz des Unterneh­mens aufgreifen: nicht nur funktionale, sondern hochwertige und ästhetische Produkte zu schaffen und zusammen­zu­bauen. 

Das Familien­un­ter­nehmen entstand 1930 als Ein-Mann-Unternehmen und produzierte zunächst vor allem Schrauben. Im Laufe der Jahrzehnte wuchs Würth und ist mittlerweile einer der führenden Konzerne für Montage- und Befestigungs­ma­te­rial. 

Mit dem Hot-Rod-Spezialisten Knud Tiroch zusammen wollte Würth ein Projekt verwirkli­chen, das die Qualität der Würth-Produkte unterstreicht und die Liebe zum Handwerk widerspie­gelt: dem Schrauben und Zusammenbau einer Maschine mit bloßen Händen. Dies ist auch gleichzeitig die Wurzel des Ingenieur­we­sens. Denn die ersten Maschinen wurden logischer­weise nicht von Maschinen, sondern mit den Händen gebaut. Neben dem technischen Verständnis braucht es auch handwerk­li­ches Geschick und einen hohen Grad an Perfektion. So trifft die Hot-Rodder-Szene auf den Arbeitgeber vieler Ingenieure – und das Produkt daraus kann sich wirklich sehen lassen.

Hot Rodding

Oldtimer zu Hot Rods umzubauen, hat eine lange Tradition. Den Beginn machte das Ford T-Modell, welches seit 1920 zur PS-Schleuder umgebaut wird, um als Rennwagen wiederge­boren zu werden. Vom Schrottplatz ergattert, machten sich vor allem Jugendliche daran, den damals günstigen Wagen auszubauen und auf das Wesentliche zu reduzieren, um die Leistung zu maximieren. Dazu ein neuer Motor und ein wenig für die Optik – und fertig war das Schmuckstück. 

Dann trafen sich die Bastler mit ihren aufgemotzten Hot Rods auf einsamen Straßen und fuhren Rennen – von Sicherheits­vor­keh­rungen keine Spur – teilweise buchstäb­lich um ihr Leben. So wurde der Hot Rod über Jahrzehnte zu einem Symbol für eine extreme Rennfahr­szene mit massenhaft PS – bis er nach dem zweiten Weltkrieg ganz Amerika eroberte. Mittlerweile werden nicht nur Ford T-Modelle, sondern sämtliche Fahrzeuge aus den 20er bis 40er Jahren zu Hot Rods umgebaut. Dies ist ein sehr aufwendiges Unterfangen und macht jedes der Fahrzeuge zu einem unvergleich­baren Einzelstück, in dem viel Arbeit steckt.

Heiße Öfen

Die Hot-Rod-Szene hat sich als feste Subkultur unter Automobil­lieb­ha­bern integriert und ist auch Teil der Rockabilly-Szene: Mode der 50er bis 60er Jahre, Tätowierungen,  ein Faible für die Romantik vergangener Tage und eben der frisierte Hot Rod. Das ist die Mischung, die es den meisten Hot Roddern angetan hat. Und natürlich und zuallererst: die Liebe zum Schrauben. Denn ein Hot Rod ist primär nicht als Statussymbol zu sehen, sondern als Produkt harter Arbeit, die viel Leidenschaft und Geduld erfordert. Darum finden sich auch Gleichge­sinnte in Hot-Rod-Clubs zusammen oder auf verschie­denen Renn-Veranstal­tungen, wie z.B. das Beschleu­ni­gungs­rennen NitrOlympX am Hockenheim­ring, bei dem die „heißen Öfen“ dann auch in Action bestaunt werden können.

Airbrushing

Der Mann an Würths Seite, Knud Tiroch, hat sich voll und ganz dem Tuning und ganz besonders dem Airbrushing verschrieben. Inzwischen zählt er zu den bekanntesten Airbrushern der Welt. Neben den von Red Bull gesponserten Formel-1-Fahrern bemalt er auch die Wagen von anderen Stars wie Arnold Schwarze­negger. 

Tiroch hat einen Faible für Muscle-Cars. Dafür fährt er, wenn es sein muss, auch an das andere Ende der Erde. Denn oft verstauben alte Wagen Jahrzehnte in irgendwel­chen Garagen auf der ganzen Welt. Tiroch erfährt dann meistens erst über Dritte von dem Wagen und macht sich dann auf, es abzuholen und umzustylen. So ähnlich war es auch mit dem Würth Rod. In den Farben des Unterneh­mens gehalten, ist es ein Werk aus mühsamer, kunstvoller und jahrelanger Arbeit mit Liebe zum Detail und ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

Anfang September wurde der Würth Rod der Öffentlich­keit präsentiert und wird seitdem auf verschie­denen Veranstal­tungen ausgestellt. Für nächstes Jahr folgt auch ein Kalender zum Würth Rod, dessen Bilder von dem szenebekannten Fotografen Dirk Behlau geschossen wurden.

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