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Highway-Romantik mit dem Pick-up

Lesezeit ca.: 3 Minuten

Das Logo des „Moonshine Whiskey“ prangt auf diesem Promotion Truck. Das sagt Ihnen nichts? Das liegt wahrschein­lich daran, dass es diesen Whiskey gar nicht gibt.

19. Januar 2015

Rüdiger Götz hat ihn wieder zum Leben erweckt – einen Chevy Pick-up aus dem Jahr 1952. Der Schrauber investierte unzählige Arbeitsstunden, viel Geduld in die Beschaffung der Autoteile und den Zusammenbau des Wagens. Typisch amerikanisch und kombiniert mit dem Moonshine-Whiskey-Emblem sieht man den Truck schon über meilenlange und staubige Highways brettern, um den Whiskey an den Mann zu bringen. Im verstaubten Rippshirt wird sich im Truck Stop zur Begrüßung der Kollegen erst einmal an die Cap getippt, um dann nachdenk­lich die Country-Musik aus der Jukebox zu genießen.

Moonshine

Der Restaurierer Rüdiger Götz ist fasziniert von Pick-ups und der Geschichte der sogenannten Moonshine-Destillen. Deshalb hat er den restaurierten Chevy Pick-up zum Dienstwagen für Kornbrenner umgestaltet. Mit dem Begriff „Moonshine“ wird in Amerika Schnaps bezeichnet, der illegal gebrannt wurde. Die Umschrei­bung stammt aus der Prohibiti­ons­zeit zwischen 1920 und 1932. Damals war der Transport, Verkauf und die Herstellung von Alkohol verboten. Die Schwarzbren­nerei ist seitdem eine Art liebgewor­dene Tradition. In ländlichen Gegenden kann man mit kleinen und geheimen Brennereien oder schwarz gebranntem Schnaps auch heute noch die Branntwein­steuern umgehen. Daher ist es ziemlich wahrschein­lich, dass der restaurierte Pick-up mit der fiktiven Identität – gefüllt mit illegalem Alkohol –auf Nachbarschafts­be­such unterwegs war.

Der Pritschen­wagen

Bei einem Pick-up hat man meist eine schwere, alte Kiste vor Augen, die vielleicht irgendwie ganz cool, aber sicher nicht mehr zeitgemäß ist. Tatsache ist jedoch, dass circa die Hälfte des heutigen amerikani­schen Automobil­marktes Pick-ups ausmachen. Hierzulande auch etwas altmodisch als „Pritschen­wa­gen“ bekannt – oder eher relativ unbekannt – stehen sie in Amerika für ein Lebensge­fühl. Kein Wagen ist so lässig, cool und repräsen­tativ für die USA wie der Kleintrans­porter. Trotzdem hat er seinen Durchbruch nie in Europa geschafft – Pick-ups werden hier meist nur gewerblich genutzt. Trotzdem hat er weltweit eine große Fangemeinde.

Pick-up Geschichte

Aber wie kam es dazu, dass der Wagen mit der Ladefläche in den USA so beliebt wurde? Das liegt vor allem daran, dass Pick-ups sehr praktisch sind und viel Material über weite Wege transpor­tieren können – und weite Wege gibt es in den USA eine ganze Menge. Gleichzeitig ist er aber nicht so groß und sperrig wie ein LKW. Das hat die Menschen schon in den 20er Jahren überzeugt. Gerade in den Gegenden, in welchen man einen halben Tag Fußmarsch bis zu seinem nächsten Nachbarn zurücklegen muss, fand der Pick-up viele Fans – bis heute. Aus diesem Grund haben viele Pick-up-Besitzer in den USA noch ein zweites, verstaubtes Modell in der Garage stehen – ein Paradies für schraubende und tüftelnde Autofans.

Warum eigentlich nicht?

Schade, dass der Wagen in Deutschland nicht so einen Kultstatus besitzt wie in den USA. Die Vorstellung nach einem anstrengenden Tag im Sommer erst einmal auf der Ladefläche die Füße hochzulegen und sich ein Bier zu genehmigen, klingt doch ganz entspannt. Ob man dazu einen Schluck ordentli­chen Moonshine Whiskey braucht, ist wahrschein­lich Geschmacks­sache.