Car Stories

Lincoln Continental

Präsidentenwagen mit Bond-Appeal

Sowohl in James Bonds Goldfinger als auch Thunderbird hat das extravagante Stück einen Platz gefunden. Von Ford als Luxusmarke eingeführt, wurde der Lincoln Continental zur Mutter der Town Cars.

07. April 2015

Der Vorkriegszeit entsprungen, sollte der Continental die Oberklasse bedienen. Dies führte dazu, dass der Wagen mit vielen exklusiven Extras ausgestattet wurde, die ihn schließlich zu einem klassisch amerikanischen Straßenkreuzer machten. Nicht nur bei James Bond sehr beliebt, wurde aus einer Sonderausführung des Lincoln Continentals aus dem Jahr 1959 das erste Town Car. Der Lincoln Continental fand seine weltweite, aber tragische Berühmtheit als Staatskarosse, in welcher John F. Kennedy starb.

PS und Patriotismus

Im Jahr 1917 gründetet Henry M. Leland die Lincoln Motor Company. Das amerikanische Unternehmen startete mit dem Bau von Flugmotoren, der sich dann auf den Autobau erweiterte. Nach einer nahenden Insolvenz 1922 wurde die Lincoln Motor Company von Ford übernommen. Edsel Ford, Henry Fords Sohn, machte aus Lincoln eine Automarke, die ein höheres Preissegment abdeckte und zu den Luxusmarken in der Automobilbranche zählte. Er schaffte es, die Marke wieder nach vorne zu bringen, indem er mit einem unkonventionellen Gedanken an den Aufbau der Marke ging und den Schwerpunkt auf das Design legte. Dazu heuerte er eigens Eugene T. Gregoire – einen der wichtigsten Designer der 30er Jahre – an. Henry Ford sah das Ganze eher kritisch, ließ den Sohn aber gewähren und wurde mit Erfolg belohnt. Das Design der ersten Continentals soll 1939 innerhalb einer Stunde gezeichnet worden sein und war angelehnt an den Vorgänger Zephyr. Die tieferliegende Motorhaube, die reduzierte Verwendung von Chrom und die, als Continental Kits bekannten und im Design integrierten, Ersatzräder am Heck des Wagens wurden als typische Continental-Merkmale bekannt. Durch die kriegsbedingte Einstellung der Produktion und einigen Verzögerungen fanden die ersten Continental-Modelle erst 1952 sehr erfolgreich zurück auf den Markt. Letztendlich gingen auch sie in den Besitz von Größen wie Elvis Presley oder Henry Kissinger.

Gegen den Strom

Ab 1961 nahm der Continental an Länge zu und wurde mit „Selbstmördertüren“, deren Vordertür vorne und die Hintertüren hinten angeschlagen waren, ausgestattet. So bildeten die geöffneten Türen ein Portal und erleichterten das Ein- und Aussteigen. Der neue Continental ging weg von dem damals aktuellen prunkvollen Design und brachte den Trend in Richtung schlichte Eleganz. Dies änderte aber nichts an der hochwertigen Ausstattung und der Größe des Continentals – so wurde er zum stärksten Konkurrenten des Cadillacs. Bis zum Jahr 1969 wurde dieses Modell nur leicht abgeändert. Zwischen 1950 und 1980 war der Lincoln Continental die beliebteste Staatskarosse unter den Präsidenten der USA. Selbst das Attentat auf John F. Kennedy, der in einem Modell aus dem Jahr 1961 erschossen wurde, tat dem Continental als Präsidentengefährt keinen Abbruch.

Town Car – Limousine mal anders

Eine Sonderedition des 59er Lincoln Continental gilt als geistiger Nachfolger sogenannter Town Cars. Town Cars nannte man eine Limousinen-Version der 20er Jahre, in der die Passagiere zwar gut bedacht, die Fahrer auf der Vorderbank jedoch im Freien saßen. Nachdem der Wiederbelebungsversuch eingestellt wurde, tauchte das Town Car erst ab 1969 wieder auf – nun als exklusives Luxusausstattungspaket für Continentals. Auch bei dieser Sonderausstattung wurden Design-Elemente der 20er Jahre übernommen. Seit 1981 werden alle Lincoln Continentals als Town Cars bezeichnet und nur kleinere Modelle als Continental. Bei den meisten Stretch- und Luxuslimousinen handelt es sich mittlerweile um das Town Car mit der imponierenden Überlänge.

Das letzte Town Car sollte 2007 produziert werden. Doch nach heftiger Gegenwehr der Limousinen-Industrie fiel das Produktionsende von Lincolns Flaggschiff auf den 29. August 2011 und beendete damit eine Ära. Der letzte Lincoln Continental ging vor 13 Jahren vom Band. Er soll allerdings ab 2016 wieder auf den Markt kommen. Die Luxuslimousine wird Anfang April auf der New York Autoshow präsentiert.

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