Car Stories

Hot Rodding

Vom Fließband in die Geschichte

Wagemutig, risikofreudig und irgendwie rebellisch – das Spiel mit Speed und alten Zeiten. Wie die Liebe zum Auto den Pragmatismus überholt.

23. April 2015

Modifiziert und trotzdem wie eine Zeitmaschine. Wer in diesen Ford Business 41 einsteigt, geht auf Zeitreise. Der Ruf nach Freiheit gepaart mit viel PS reißt den Fahrer aus dem Alltag und weckt die Lust auf Tempo. Über Feldwege brettern – ganz so, als hätte es nie den ermüdenden Verkehr auf Deutschlands Straßen gegeben, sondern nur absolute Unabhängigkeit. Eins sein mit der Maschine, vielleicht auch mit dem eigenen selbst präparierten Baby – das pure Glücksgefühl für Hot Rodder.

Rodding par excellence

Welch eine Leidenschaft hinter dem Hot Rodding steckt, merkt man erst bei dem Versuch, in das Thema einzusteigen. Schon allein die Masse an Hot-Rod-Stilen ist eine Wissenschaft für sich: Vom Street Rod – der High-Tech-Version eines Rods – bis zum Rat Rod – einem Rod mit einer gewollt heruntergekommenen Optik – ist hier jeder Geschmack bedient. Doch wo hat der Hot Rod seinen Ursprung? Die gängigsten Rod-Modelle sind von Ford. Mit dem 1932 erschienenen V8-Motor ging es richtig los. Ford ist auch der Grund, warum die Modelle damals für die normale Bevölkerung erschwinglich waren.

Henry Ford beschreitet neue Wege

Automobile, die für jedermann bezahlbar waren – das war dank Henry Ford und der Erfindung des Fließbandes möglich. Dieser machte sich die Methode zum Autobau zunutze. Fords erstes Fließband lief 1913 in Detroit und läutete eine Erfolgsgeschichte ein. Doch wie kam es dazu? Ganz absurd durch einen Besuch in einem Schweineschlachthof. Bei diesem entbrannte in Henry Ford die Idee, die Produktion von Autos könne ähnlich effizient und kostensparend sein. Also entwickelte er ein Fließband zur Herstellung von Automobilen, an welchem jeder Mitarbeiter nur einige Handgriffe an dem Produkt durchführen musste, um es dann zum nächsten Kollegen weiterzureichen. So wurde das Automobil in mehreren Arbeitsschritten zusammengebaut, ohne hochqualifizierte Mitarbeiter zu benötigen. Durch die eingesparten Produktionskosten und die dadurch sinkenden Preise wurde aus einem Luxusgut der Wagen für jedermann – ein Massenprodukt.

Fixie statt Stau

Heutzutage ist aus der temposüchtigen Manta-Manta-Jugend, deren echtes Leben erst mit dem Führerschein begann, eine eher auto-uninteressierte Fixie-Bike-Generation geworden – angeblich. Früher noch positiv bewertet, ist der Begriff „Auto für jedermann“ eher negativ behaftet und nicht besonders erstrebenswert.

Wagen ist nicht gleich Wagen

Tatsache bleibt aber, dass es nach wie vor viele Auto-Subkulturen gibt, die das Automobil als Kultobjekt feiern, alte Wagen aufspüren und mit Herzblut restaurieren, modifizieren und bei Rennen zu Höchstleistungen treiben. Ein Auto ist nicht nur Transportmittel, es hat eine Geschichte, eine Kultur und viele Anhänger, die nicht nur mit purem Pragmatismus bei der Sache sind, sondern mit Leidenschaft. So wie Henry Ford, der damit eine ganze Welt veränderte.

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