Erfahrungsberichte

Schließsysteme

Beim Schiebetürantrieb alles im Griff

Schiebetüren, die sich auf Knopfdruck öffnen und schließen, sind ein Komfort-Feature, das sich im Automobilbereich verstärkt durchsetzt. Dierk Harna, Mitarbeiter von M Plan Düsseldorf, unterstützt ein entsprechendes Projekt bei WITTE Automotive.

30. April 2015

Schiebetürantriebe erleichtern bei Großraumtaxis und Transportern den Personen- und den Warenverkehr. Per Fernbedienung oder auf Knopfdruck wird ein Motor in Bewegung gesetzt, der die Tür wie von Geisterhand öffnet und ein komfortables Ein- bzw. Aussteigen ermöglicht. Sicherheitsaspekte spielen dabei eine wichtige Rolle. So muss der Schiebetürantrieb beim Schließvorgang zuverlässig erkennen, ob sich eine Person oder ein Objekt im Türbereich befindet, um im Fall der Fälle die sofortige Stoppfunktion auslösen zu können.

WITTE Automotive, renommierter Systemlieferant von Schließ-, Verriegelungs- und Sicherheitssystemen, hat sich auch im Bereich elektromechanisch angetriebener Schiebetüren und Heckklappen mit Erfolg positioniert. Aktuelles Beispiel ist die Entwicklung eines Schiebetürantriebs für einen OEM. „Bei diesem Projekt“, so Christof Köster, Leiter Versuch/Messtechnik, „haben wir die komplette Systemverantwortung. Darin eingeschlossen sind Mechanik, Hardware, ECU – bis hin zur Softwaresteuerung mit der Anbindung an den Fahrzeug-CAN-Bus.“

Schwerpunkt Testspezifikation

Dierk Harna, Mitarbeiter von M Plan Düsseldorf, unterstützt das Projekt im Bereich der Hardware. „Ich bin sozusagen die Schnittstelle zwischen dem OEM-Kunden und dem EMS-Dienstleister, der die Platinen fertigt und testet. Meine Zuständigkeit erstreckt sich vorrangig auf die Erstellung der Testspezifikationen, deren Abstimmung mit dem OEM sowie auf Planung und Koordinierung der Tests mit allen involvierten Partnern. Das betrifft beispielsweise Umwelttests, EMV- und elektrische Tests, aber zum Teil auch die mechanische Erprobung, hauptsächlich was die Platinenstecker anbelangt.“ Der diplomierte Ingenieur wertet zudem die Testergebnisse aus und kommuniziert sie gegenüber dem OEM.

Einen wichtigen Schwerpunkt seiner Arbeit sieht Dierk Harna darin, die Testspezifikationen unmissverständlich aufzubereiten, speziell was das Thema Sicherheitsaspekte anbelangt. „Im vorliegenden Fall findet ISO 26262 Anwendung: eine Norm für sicherheitsrelevante elektrische/elektronische Systeme in Kraftfahrzeugen. Diese beinhaltet den Automotive Safety Integrity Level (ASIL), eine von A bis D unterteilte Sicherheitsklassifizierung, die mit speziellen Sicherheitsanforderungen verbunden ist. Für unser Projekt gilt die Einstufung ASIL C. Als problematisch erweist sich jedoch immer wieder die Tatsache, dass die Norm in Teilen relativ allgemein gehalten und nicht klar auf das jeweilige Produkt zu beziehen ist. Daher benötigt der Dienstleister mit dem OEM abgestimmte eindeutige Vorgaben.“

Die Spezifikation zieht sich nach den Worten des M Plan-Mitarbeiters wie ein roter Faden durch das Projekt und muss im Hinblick auf die einzelnen Projektphasen immer wieder angepasst werden. Aktuelles Beispiel: „Nach der Designvalidierung steht jetzt die Produktvalidierung auf dem Programm. Dabei wird die bereits mit prozessgefertigten Baugruppen bestückte elektrische Hardware einer umfangreichen Erprobung unterzogen.“ Als zentrales Tool für das Testmanagement kommt eine unter CIM Database laufende und speziell auf die Bedürfnisse von WITTE Automotive konzipierte Versuchsdatenbank zum Einsatz. 

Schon vor seiner Tätigkeit beim Velberter Unternehmen war Dierk Harna projektbezogen mit Einzeltests von Komponenten sowie mit Normprüfungen befasst. Erfahrungen, die ihm bei seiner jetzigen Aufgabe zugutekommen. „Dennoch ist es schon etwas Besonderes, in ein so komplexes Projekt eingebunden zu sein und dabei an entscheidender Stelle Verantwortung zu übernehmen.“

Zur Person: Dierk Harna

Diplomingenieur Dierk Harna hat an der Hochschule Niederrhein Elektrotechnik mit Schwerpunkt Nachrichtentechnik studiert. Bei M Plan ist der heute 38-Jährige seit Mai 2011 beschäftigt. An seiner Tätigkeit beim mobility-engineering-Spezialisten schätzt er unter anderem „die Vielzahl spannender Aufgaben bei wechselnden Projekten“.