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Car StoriesFord V8

Ein Motor für die Ewig­keit

Lesezeit ca.: 2 Minuten

Optisch ein Hingucker, technisch immer noch tipptopp: Dieser Ford V8 aus dem Jahr 1934 ist ein wahres Schmuckstück der Vorkriegs­zeit und hat schon damals mit seinem klassisch blubbernden V8-Sound reichlich Eindruck hinterlassen. Ganz abgesehen von seiner hollywoodreifen Anfangszeit.

12. Oktober 2015

Unser Ford V8-Modell 40 ist der Nachfolger eines skandalträch­tigen Gangster­wa­gens. Wenn von Bonnie und Clyde die Rede ist, wird ihr Hauptkom­plize meist vergessen: ein gestohlener Ford V8 (Baujahr 32), der ein schnelles Entkommen erst so richtig möglich machte. Immer auf der Flucht, hat das Gangster­pär­chen in diesem Wagen einen schnellen Partner gefunden und war so der unterbezahlten und schlecht ausgerüs­teten Polizei immer einen Schritt voraus. So wurde der Ford V8 Teil einer der legendärsten Gangster­ge­schichten der Welt. Angeblich schrieb Clyde auch einen Dankesbrief an Henry Ford, dessen Echtheit allerdings angezwei­felt wird. Grund dazu hätte es auf jeden Fall gegeben, denn tatsächlich war das neue Tempo, das der Ford an den Tag legte, einer der Hauptgründe, warum das Gangsterduo nicht so schnell geschnappt werden konnte. Auch heute noch kann der Original-Wagen, in welchem Bonnie und Clyde letzten Endes von der Polizei in eine tödliche Falle gelockt wurden, in den USA besichtigt werden. Unabhängig davon, dass der Ford durch diese Geschichte eher traurigen Ruhm einheimste, läutete der erschwing­liche Ford mit dem leistungs­starken V8-Motor eine neue Ära ein.

Ein Motorsound wird Kult

V8-Motoren gab es zwar schon länger, allerdings waren sie bis in die 30er Jahre aus Kostengründen eher selten, zumal sie zu den exklusiveren Produkten gehörten. Im Jahr 1932 führte Ford den V8 bei sich ein und brachte damit einen bezahlbaren Wagen mit V8 Motor auf den Markt – der Beginn einer Ära. Der Motor gilt als absolut amerikanisch und hat bis heute Kultstatus. Was gerne vergessen wird: Der V8-Motor heulte das erste Mal bereits 1902 in Frankreich auf, bevor er die Reise über den großen Teich antrat und dort durch Ford zu einem Massenpro­dukt wurde. Amerikanisch ist vor allem der berühmte Blubbersound des V8. Wie kommt dieses Geräusch zustande, das auch heute noch viele Herzen höherschlagen lässt? Verantwort­lich dafür ist eine von Cadillac im Jahr 1923 speziell für den V8-Motor entwickelte Kurbelwelle, welche das Blubbern zum Markenzei­chen des Achtzylin­ders macht.

Hauptsache, der Motor stimmt

Ebenfalls sehr bekannt wurde der sogenannte Schwieger­mut­ter­sitz des Ford V8 – ein ausklapp­barer Notfallsitz im Heck des Wagens. Der Platz wurde während der Prohibition vor allen Dingen zum Schmuggeln von Alkohol genutzt. So fand ein 200 Liter Fässchen Platz an Bord des V8. Heutzutage natürlich undenkbar. Denn in einen Hot Rod gehört nur ein leistungs­starker Motor, ansonsten gilt: so wenig Gewicht wie möglich. Aber dem V8 sind die echten Autonarren treu geblieben und schwören auf das einzigar­tige Blubbern. Und gejagt wird immer noch auf dem Dragstrip – aber Gott sei Dank nur noch aus Spaß.