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Car StoriesPlymouth Superbird

Immer auf der Flucht – der Road Runner

Lesezeit ca.: 2 Minuten

Wenn dieser feuerrote Plymouth Superbird über die Bahn zieht, riecht die Luft nach verbranntem Gummi. Hier wird Gas gegeben. Sobald der Road Runner unterwegs ist, bleibt nur eine Staubwolke zu sehen.

30. Oktober 2015

Wer erinnert sich noch an den Road Runner aus der gleichna­migen Comic-Serie? Immer auf der Flucht vor dem gefräßigen Wile E. Coyote, musste der flugunfä­hige Vogel mit einem Affenzahn durch die Prärie rasen, um dem Feind zu entkommen. Aber durch seine Schnellig­keit und Cleverness schaffte es der Road Runner immer, seinen hungrigen Verfolger loszuwerden. „Meep, meep“, und weg war er. Also beschloss Plymouth sich dieser Steilvor­lage eines Modell-Namens anzunehmen, kaufte die Namensrechte von Warner Bros. Entertain­ment und produzierte zwischen 1968 und 1980 seinen eigenen Road Runner. Die Abwandlung, in Form des Superbirds, entstand 1970 – auf dem Höhepunkt der Muscle Cars.

Die Superlative

Der Superbird unterscheidet sich vor allem in der Größe des Heckflügels von seinem Vorgänger. Viel hilft bekanntlich viel; auch die Länge und Form der Wagen-Front wurde aerodyna­mi­scher gestaltet, um auf der Rennstrecke endlich mehr Pokale nach Hause zu bringen. Darum verdiente sich der Superbird auch den martiali­schen Spitznamen „Aerowarrior“. Typisch sind auch die fast verborgenen Reifen unter der Karosserie. Egal, ob auf der Rennstrecke oder auf einer Spazierfahrt durch deutsche Städte – bei diesem Wagen wird gestaunt, was das Zeug hält.

Der Superbird lernt fliegen

Der aufgemotzte Plymouth in unserem Bild gehört zur hochgezüch­teten Spezies der Dragster, die bei Rennen in der Profiklasse „Pro Modified“ antreten. Erlaubt sind nur sogenannte „Doorslam­mer“, was wiederum Dragster mit intakten Türen sind. Diese Wagen werden nicht nur auf Hochglanz poliert, sondern oft ebenso kunstvoll umlackiert. Allerdings muss das ursprüng­liche Modell erkennbar bleiben. Hier wird die Kiste mit Benzin oder Methanol in Schwung gebracht. Über 2.500 PS kommen zum Einsatz um die Geschwin­dig­keiten von über 300 Km/h in nur wenigen Sekunden ermöglichen. Umgestylt und auf Höchstleis­tung optimiert, starten die Pro-Mod-Dragster ins Rennen und bieten eine optisch und tempotech­nisch großartige Show. Es gibt von allem ein bisschen zu viel. So erinnern die Pro Mods an etwas protzige Kreationen, die nur so vor Kraft strotzen.

Hochgradig gefährlich

Dementspre­chend gefährlich sind solche Hochgeschwin­dig­keits­rennen. Bei so viel Superlative wandern Fahrer immer auf einem schmalen Grat. Graham Ellis, der Besitzer dieses Superbirds, verlor 2013 bei einem Pro-Mod-Rennen die Kontrolle über den Wagen und überschlug sich mehrmals. Bei dem folgenschweren Unfall überlebte er glücklicher­weise, schwerver­letzt.

Jung und erfolgreich

Trotz der großen Gefahr gehört die jüngste Klasse „Pro Modified“ im Drag Racing zu einer der beliebtesten. Sie ist erst in den 80er Jahren entstanden und fand sofort großen Anklang im Motorsport. Das liegt wahrschein­lich neben dem Rennen an sich vor allen Dingen an der Vielseitig­keit der Fahrzeug­typen und dem oft sensatio­nellen Design. 

Der Superbird besticht auch unifarben ohne viel Schnickschnack. Er ist so sehenswert genug. Wer sich die Pro Mods einmal live in Deutschland ansehen möchte, der kann sich die Show bei den NitrOlympX auf dem Hockenheim­ring ansehen.