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Car StoriesVW T1

Von der unge­bro­chenen Liebe zum VW-Bus

Lesezeit ca.: 3 Minuten

Zum Abschluss unserer dritten Staffel der Car Stories kommen wir zu einem der Liebhaber­stücke schlechthin: der VW-Bus. Der T1 ist ein Original erster Güte. Kaum ein anderer Wagen weckt so starke Assoziationen wie dieser Bulli. Leichtig­keit, Unabhängig­keit und Fernweh treffen hier aufeinander und bezirzen sogar absolute Auto-Laien mit ihrem Charme.

28. Dezember 2015

Wer kennt ihn nicht? Dieses Oldschool-Gefährt, das Menschen schon beim bloßen Anschauen in die Vergangen­heit katapultiert. Hier sitzt man noch in der Blüte seiner Jugend mit Adidas-Shorts und Badeklamotten der siebziger­jahre am See und holt die Badelatschen aus dem Bus. Fernab von Zehn-Euro-Flügen in alle Ecken der Welt war der Bus die einzige Möglichkeit, günstig in das Abenteuer Ferne zu verschwinden. Mit einem bisschen Gepäck und ganz viel Neugierde über die verstaubten Wege im afrikani­schen Nichts zu brettern – das war der Traum der Weltreise-Lustigen.

Pack deine Sachen!

Das erste Mal seit den langen Kriegsjahren konnten die Menschen Anfang der 50er wieder Geld verdienen und Urlaub nehmen. Die Bürger wollten aus den Kinderschuhen hinaus in die Welt und das Leben genießen. Die Reiselust brach über das Land hinein. Und wer beförderte die neuen Abenteurer in die Ferne? Genau, der VW T1. Das erste Reisemobil kam 1950 auf den Markt und verlor auch später in den 60ern und 70ern weder an Charme, noch an Beliebtheit. Denn auch für die Hippiebe­we­gung war damals das günstige Modell ein gefundenes Transport­mittel in die verheißungs­volle Ferne.

Es geht ums Prinzip

Heute ist er beliebter denn je. Dieses Jahr hat der T1 seinen 65. Geburtstag gefeiert. Früher vielleicht revolutionär und praktisch, ist der Bus heutzutage vor allem eins: ganz schön eng. Urlaub mit der Kleinfamilie wird für unsere Verhältnisse damit zu einer Tortur. Und trotzdem würden so einige sofort ihre Gitarre aus der Garage holen und einsteigen. Da wird das Reisen mit dem Luxus-Liner inklusive Satelliten­schüssel als Selbstbe­trug verpönt, bis hin zur Lebenslüge. Und der VW-Bus? Der beweist Charakter. Land und Leute lernt man nur kennen, wenn man mit harten Bandagen kämpft. Kernig ist der VW-Bus und gemütlich wird’s am Lagerfeuer, nicht auf dem Wohnwagen-Sofa. Darum werden für die alten T-Modelle unfassbare Unsummen hingeblät­tert. Für solch einen Bulli in akzeptablem Zustand wird man ganz schnell über 100.000 Euro los, und das ist nur die mittlere Preisklasse. Dabei wurde der Neuwagen zu seiner Anfangszeit in den Fünfzigern für knapp 15.000 Euro nach heutigem Wert verkauft.

Lass die Sonne rein

Am beliebtesten bei den Fans ist der T1 „Samba“. Das Sondermo­dell des T1 kam 1951 auf den Markt und unterschied sich nicht nur optisch, sondern auch platztech­nisch von dem Standard­mo­dell. Mehr Sitze und Fenster sowie ein Schiebedach und die neue Lackierung unterscheiden den Samba von dem „normalen“ T1. Wobei die Lackierung bei allen T-Modellen damals von den Eigentümern oft selbst noch individua­li­siert wurde. Gerade in den 70ern prangten klassische Flower-Power oder Hippie-Motive und -Farben auf den Bullis. Den Fahrern war so die Aufmerksam­keit und der Wiederer­ken­nungs­wert sicher. Heute muss das gute Stück noch nicht einmal bemalt werden, um die Blicke auf sich zu ziehen. Kaum einer geht an solch einem VW vorbei, ohne kurze Stoßgebete mit Geldwünschen loszuschi­cken. 

Wer deswegen den einen oder anderen Klassiker einfach mal bestaunen will, ist auf der Rallye Creme 21 genau richtig. Vorbeischauen lohnt sich!