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Car StoriesPorsche Boxster S

Der Porsche-Sound – wie Musik in den Ohren

Lesezeit ca.: 3 Minuten

Weiter geht es mit dem zweiten Liebling unseres Fahrzeuga­kus­ti­kers, Tobias Olschewski aus der Niederlas­sung Stuttgart: Sein Porsche Boxster S aus dem Jahr 2001. Der Kauf seines zweiten „Schönwetter-Autos“ war für unseren Mitarbeiter mehr Schicksal denn Zufall. Und hier wird auch deutlich, wie wichtig dem Profi der richtige Sound ist.

14. Mai 2016

Schwarz gelackt mit brauner Lederaus­stat­tung gleitet der Boxster elegant über das Hafengelände. Wir fühlen uns geehrt, denn dieses Auto darf nur zu besonderen Anlässen auf die Straße. Porschezeit ist eigentlich samstags oder sonntags. Denn dann kann sich Tobias Olschewski ganz auf seinen Wagen konzentrieren: „Da hast du keinen Druck vom Alltag, kannst abschalten und einfach genießen.“ Tobias Olschewski braucht auch am Wochenende seine tägliche Dosis Benzin im Blut. Und so gibt es in der ganzen Umgebung keinen Ort mehr, an den er nicht schon mal eine kleine Spazierfahrt unternommen hat. Wenn man ihn fragt, was das Schönste an dem Wagen ist, ist er sich sicher: „Der Sound. Der Klang im Kaltstart – das ist der Hammer. Dafür ernte ich immer wieder neidische Blicke.“ 

Porsche Boxster S

Bei seiner Arbeit im Bereich Geräusch­qua­lität und Sounddesign kommt es nämlich auf eines an: Dass einem das Herz aufgeht, wenn der Motor läuft und man der Geräusch­ku­lisse des Wagens lauschen kann. Darum hat Tobias Olschewski auch eine modifizierte Abgasanlage eingebaut. Er baute eine Pneumatik-Steuerung in die originale Porsche-Abgasanlage ein, mit der er zwei Edelstahl­klappen öffnen und schließen kann. „Für den Nachtbetrieb ist er schön leise und unauffällig. Aber wenn ich Sound erleben will, schalte ich die Klappen hoch und drehe voll auf.“ Der KFZ-Meister hat eine kleine Hobbywerk­statt in der Garage. Dort erledigt er alle Aufgaben, die bei den Autos so anfallen. So musste er auch bei dem Porsche noch einige Mängel reparieren und Teile austauschen: Von dem undichten Kühlsystem bis hin zu kaputten Radlagern und Antriebs­wellen – um nur ein paar Brandherde zu nennen.

Porsche Boxster S mit Lederaussattung

Erfüllt hat er sich den Traum vom Boxster zu seinem 26. Geburtstag. Eigentlich wollte er sich einen Mustang zulegen, der musste aber warten. Der audiophile Autolieb­haber war damals noch bei Porsche tätig und ist während seiner Arbeit auf den Geschmack gekommen. „Für mich war klar, der braucht eine braune Lederaus­stat­tung mit Navi und einem großen Motor drin.“ Allerdings war das Modell mit dieser Ausstattung nirgends zu finden. Doch das Schicksal führte ihn zur richtigen Zeit in sein Stamm-Autohaus, und da stand er dann: Sein Traum-Boxster inklusive aller Extrawün­sche – Weihnachten kam für ihn in diesem Jahr etwas früher als sonst.

Begeistert ist Tobias Olschewski immer noch von dem genialen Fahrwerk. „Der Punkt, an dem das Heck ausbricht, der kommt bei dem Wagen sehr spät. Man merkt, das Fahrwerk ist schon fast renntaug­lich.“ Obwohl er gar kein Fan hoher Tempos, geschweige denn Tuning ist. Der Boxster ist bei 250 km/h abgeriegelt. Als Mann vom Fach könnte er das rausprogram­mieren, damit der Porsche schneller fährt. „Aber ich muss ehrlich sagen, das bringt mir gar nix, da fühl‘ ich mich auch nicht wohl dabei.“ Schöne Landstraßen, schöne Kurven und schön den Arm auf die Türe – das ist mehr sein Ding. Aber auf dem Hockenheim­ring fahren würde ihm auch Spaß machen: wegen des Flairs und einer Strecke ohne Verkehrs­teil­nehmer. „Da gibt’s nur dich und die Rennstrecke. Das Risiko, einen Unfall zu bauen, ist viel geringer.“ Dafür ist ihm das Auto wegen des Verschleißes dann aber doch zu schade. Denn so schnell will sich Tobias Olschewski nicht von seinem Porsche trennen: „Mir wurden schon Geldsummen geboten, welche weit über meinen Ausgaben lagen. Aber ein Verkauf kommt für mich nicht in Frage.“ Wozu auch? Die Kombination aus Sonnenschein und Porsche-Sound – sein persönli­ches Traumpaket gibt er ganz sicher nicht mehr her.