Car Stories

Lowrider

Gehüpft wie gesprungen

Der Lowrider ist ein seltenes Biest. Man kennt ihn, wenn überhaupt, eher aus Filmen oder Hip-Hop-Videos. Da hüpfen sie dann herum, tonnenschwere Autos, wie Frösche auf Ecstasy. Klingt kurios, ist es auch! Ein Traum für exzentrische Tüftler und Bastler – und somit ein Grund mehr, sich diese Exoten-Szene genauer anzuschauen.

17. Mai 2016

Der Lowrider – König der Tanzfläche

Wer ist der wahre Held im Club? Die wirklich coolen Leute hängen lässig an der Theke, trinken ihr Bier und mustern die anderen Partygäste. Falsch! Die wirklich coolen Leute tanzen sehr wohl und stehen eben nicht gelangweilt an der Theke. Auch falsch! Wahre Helden stehen vor der Diskothek auf dem Parkplatz oder in den sonnigen Abendstunden am Strand – und lassen es dort ordentlich zappeln. Denn zahlreiche Oldtimerliebhaber und Technikfreaks haben irgendwann erkannt: Um Spaß zu haben, muss man gar nicht selber tanzen. Man lässt es einfach jemand anderen für sich übernehmen. Im besten Falle sogar das eigene Auto.

Die Macht der Hydraulik

Das hat jetzt nichts damit zu tun, dass der Drive-In-Gedanke neue Stilblüten treibt. Ja, die Lowrider-Szene kommt natürlich aus den Vereinigten Staaten, dem Land, in dem körperliche Eigenbewegung mitunter verpönt ist und man im Auto sogar heiraten kann. Aber inzwischen hat sich der Spaß auch in Deutschland, dem Land der Tüftler und Schrauber und der Heimat von „Wetten, dass..?“, ausgebreitet. Immer mehr Automobilliebhaber entdeckten nicht nur ihr grundlegendes Interesse an schicken, alten Fahrzeugen, sondern begeistern sich vor allem für die Hydrauliktechnik, welche ihre schicken Modelle von Chevrolet, Oldsmobile und Cadillac zum Hüpfen bringt. Geht aber im Prinzip mit allem, was Räder hat, wie unser Foto beweist. Auch das Gewicht spielt nur bedingt eine Rolle, solange die Hydraulik mitmacht.

Sprunghaft schön – die Hydraulik bringt Bewegung in die Sache!

Doch wie funktioniert eigentlich die Technik, welche die Automobile zum Tanzen bringt? In den meisten Fällen liegt das Geheimnis im Kofferraum. Denn hier befinden sich mehrere Elektromotoren und Pumpen, die dafür sorgen, dass die Hydraulikzylinder ein- und ausgefahren werden können. Um die rasanten Bewegungen, wie die teils meterhohen Sprünge oder Kunstfiguren, wie das Fahren auf drei Rädern zu ermöglichen, benötigt das Fahrzeug natürlich eine immense Energie. Diese wird von zahlreichen Batterien geliefert, welche in den meisten Fällen ebenfalls im Kofferraum des Lowriders untergebracht sind. Ein weiterer wichtiger Bestandteil, der im Lowrider eingebaut werden muss, sind die Springfedern, auf die die Hydraulikzylinder drücken – von ihnen geht der komplette Bewegungsablauf aus. Der Umbau eines Oldtimers zu einem Lowrider ist eine echte Herausforderung für Mechaniker – wenn das Fahrzeug jedoch einmal fertig ist, kommen sie kaum noch aus dem Staunen heraus!

Ab ins Rampenlicht!

Und nicht nur sie können stolz auf sich sein und ihren fertigen Lowrider bestaunen. Innerhalb der Lowrider-Szene hat sich eine ganze Community entwickelt, die sich mit Herz und Seele für die beliebten Fahrzeuge begeistert. Zahlreiche Showevents und Lowrider-Treffen führen die besten Gefährte des Landes und deren Besitzer mehrmals im Jahr zusammen. Von einem solchen Event stammt auch unser Bild, auf dem ein Lowrider-Fan das ganze Können seines VW Bus zeigt. Wenn auch Sie sich für Lowrider begeistern, denken Sie doch einmal darüber nach, ihren Alltagswagen zu einem Lowrider umzubauen. Greifen Sie zu den Werkzeugen!