Image: Rasante LeidenschaftM PlanM PlanMichael Kavena
Einer von unsMarius Macholl, B.Sc. für Fahrzeugtechnik

Rasante Leiden­schaft

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Vom Hörsaal und technischen Labor direkt an die schnellsten Rennstre­cken Europas: Den frisch gebackenen Bachelor-Absolventen Marius Macholl hat die Leidenschaft für Autos gepackt. Schon während seines Studiums unterstützte der M Plan-Stipendiat ein Fahrerteam der BOSS GP Rennserie mit seinem Können. Jetzt will er auch beruflich durchstarten – und parallel dazu dem Motorsport als Hobby treu bleiben.

07. September 2016

Eine Ausbildung als KFZ-Mechatro­niker und anschlie­ßende Gesellen­tä­tig­keit, das Fachabitur Technik – und seit September 2016 den Bachelor of Science für Fahrzeug­technik in der Tasche: Mit seinen 26 Jahren hat Marius Macholl bereits eine Menge erreicht. Das sechsmona­tige Ingenieur­sprak­tikum mit integrierter Abschluss­ar­beit zum Thema „Entwicklung eines Türinnen­teils mit Hilfe einer multilate­ralen CAD-Umgebung“ absolvierte er bei der M Plan GmbH in der Niederlas­sung Osnabrück.

Der Kontakt kam über die Berufsbil­dungs­messe „Chance“ an der Hochschule Osnabrück zustande, auf der er den Ausbildungs­leiter der Niederlas­sung, Kurt Nederkorn, kennenlernte. Dieser schlug ihm vor, sich dort für sein Abschluss­prak­tikum zu bewerben – geworden ist daraus dann sogar noch ein Stipendium, das das Unternehmen besonders begabten Studenten gewährt. „Ich habe bei M Plan viel Unterstüt­zung bekommen und Interessantes erfahren – angefangen von CAD-Schulungen bis zu Einblicken in verschie­dene Bereiche des Mobility Engineering. Richtig toll waren dabei die diversen praktischen Tipps der erfahrenen Kollegen für meine Bachelor­ar­beit“, resümiert Marius Macholl.

Vom Rennmecha­niker zum Renninge­nieur

Die Begeiste­rung für den Motorsport hat den Studenten früh gepackt. Schon als Kind hat er sich zusammen mit seinem Vater alle Formel 1-Rennen im Fernsehen angeschaut, sein Zimmer mit Ferrari-Fahnen dekoriert, Modellrenn­autos gesammelt und selbst erste eigene Erfolge im Kartsport erzielt. Zudem besuchte er diverse Motorsport­ver­an­stal­tungen, etwa die Bergrennen in seiner Umgebung sowie Rennen der DTM und Formel 1. Und auch das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring stand alljährlich auf seinem Programm. Bei dieser – für Jungs nicht ganz unüblichen – Schwärmerei für schnelle Fahrzeuge ist es aber nicht geblieben. 

Mitte 2014 suchte Prof. Hage, bei dem er an der Hochschule Osnabrück eine Vorlesung über Verbrennungs­mo­toren besuchte, zwei Rennmecha­niker für ein Team der BOSS GP Championship. Die FIA-zertifizierte Rennserie BOSS GP (die Abkürzung steht für Big Open Single Seaters) gilt als die schnellste in ganz Europa und ist eine der spektaku­lärsten im internatio­nalen Motorsport.

Gemeinsam mit einem Kommilitonen bewarb er sich – und beide bekamen den Job. Sie unterstützten zunächst einen Fahrer vom Team Speed-Center Motorsport. „Um das Fahrzeug besser kennenzu­lernen, haben wir es erst einmal komplett auseinander genommen und wieder neu zusammen­ge­setzt – und das alles abends nach den Vorlesungen und an den Wochenen­den“, erzählt Macholl von der ersten Zeit. Später erweiterte sich ihr Aufgaben­spek­trum hin zu einer Tätigkeit als richtige Renninge­nieure: Seit der Rennsaison 2016 sind sie rundum für diverse technische und organisa­to­ri­sche Dinge zuständig – von der allgemeinen Fahrer- und Motorsport­be­treuung über die Fahrzeug­ab­stim­mung bis zur Rennvorbe­rei­tung.

Marius Macholl im Einsatz beim Rennen

Spaßfaktor plus Lerneffekt

Auch wenn die Arbeit im Speed-Center sehr zeitintensiv ist: Marius Macholl möchte die wertvollen Erfahrungen aus dem Motorsport nicht missen und mit seinem Engagement in der BOSS GP Championship fortfahren. „Man kommt in ganz Europa herum und trifft zahlreiche interessante Menschen – und lernt natürlich auch fachlich ungeheuer viel dazu. Es gibt keine andere Rennserie, die so vielschichtig ist wie die BOSS GP, das ist ein richtig bunter, wilder Haufen von Enthusias­ten“, erzählt Macholl.

Die jüngsten Fahrer sind Anfang 20, der älteste ist über 60. Rennwagen mit V6-Motoren und knapp 400 PS sind neben V8- und V10-Motoren ebenso vertreten wie pfeilschnelle V12-Boliden mit teilweise mehr als 750 PS. Allein schon durch diesen Mix gibt es immer wieder rasante Überholma­növer. Die Fahrer nehmen ihren Sport sehr ernst, aber der Spaß kommt bei den Veranstal­tungen dennoch niemals zu kurz: „Auf der Strecke sind alle harte Konkurrenten, jeder will unbedingt gewinnen, es wird um jede Sekunde gefightet – nicht anders als bei anderen Rennserien. Aber abends sitzt man zusammen beim Bier – und das ganze Team ist dabei“.

Und was hat der Autofan mit Benzin im Blut als nächstes vor? Natürlich im Automotive-Sektor arbeiten, schließlich ist das seine ganz große Leidenschaft.