Der grau-blaue Pick-up von Dodge Ram.
Car Stories

Dodge Ram – Chrysler

Nicht nur ein Platz im Kornfeld – Der Dodge Ram

Eine einsame Farm, umgeben von Weizen- und Maisfeldern soweit das Auge reicht, darüber spannt sich der blaue Himmel. Auf dem Hof steht ein Pick-up, es ist ein Dodge Ram. Auf seiner Ladefläche stapeln sich Strohballen. Am Steuer sitzt der Farmer in Jeans und mit Cowboy-Hut, er hat eine Zigarette im Mundwinkel. So stellt man sich hierzulande das natürliche Habitat eines Pick-ups vor: als Nutzfahrzeug auf einer Ranch im Mittleren Westen der USA. Das stimmt aber so nicht ganz...

19. Oktober 2016

Bordsteine hochklappen – hier kommt der „Ram-Bock“

Wer mal mit einem Pick-up Truck vom Kaliber eines Dodge Ram in einer x-beliebigen deutschen Innenstadt unterwegs war, versteht sofort, warum der Pritschenwagen in Deutschland zwar durchaus Liebhaber, aber bisher keinen nennenswerten Absatz auf dem Automarkt gefunden hat. Es ist kein Spaß, mit diesem – je nach Modell - mindestens mehr als 2 Meter breiten und 5,30 Meter langen Schlachtschiff auf den hiesigen Straßen zurechtzukommen. Geschweige denn, eine Parklücke zu finden. Doch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten hat der „Truck“ den Status eines PKW. Hier gibt es keine historisch gewachsenen Stadtkerne - schachbrettartig angelegte breite Straßennetze in den Städten und endlose Highways bieten optimale Bedingungen für große Fahrzeuge. Bürgersteige für Fußgänger? In Städten wie Houston z.B. hielt man sie weitgehend für überflüssig. So kommt nicht nur der Farmer aus Minnesota stressfrei zum nächsten Dorfladen, auch immer mehr US-Durchschnittsbürger frönen dem Pick-up, zumal die Hersteller seit den 90er Jahren immer mehr in die Ausstattung und den Look der „Trucks“ investiert haben.

Klotzen nicht kleckern

Als der Dodge Ram 1981 als D-Modell mit Hinterrad- und als W-Modell mit Allradantrieb vorgestellt wurde, blieben die Verkaufszahlen gegenüber den Fahrzeugen der Konkurrenz von Ford und General Motors mit 100.000 Stück hinter den Erwartungen zurück. Der wirtschaftliche Erfolg kam dann 1994 als der Dodge Ram generalüberholt wurde. Die Ingenieure hatten ihm neben einem 8,0-Liter-V10-Motor den charakteristischen riesigen verchromten Kühlergrill verpasst, beides begeisterte die Käufer. Erhältlich war er mit unterschiedlichen Führerhausgrößen als 3-Sitzer und 6-Sitzer. Letzterer, der „Extended Cab“, hatte eine Länge von stattlichen 6,20 Metern.

Weltrekord – der Dodge Ram SRT-10

Der Dodge Ram der noch erfolgreicheren dritten Generation, die zwischen 2002 und 2009 vom Band lief, konnte nicht nur groß, sondern auch schnell. Der SRT-10 brach den Rekord als schnellster Serien-Pick-up der Welt. Nicht nur Fans der Guinness-Weltrekorde glänzen dabei die Augen, sondern vor allem Autofans: ausgestattet mit einem 8,3-Liter-V10-Motor aus der Viper SRT hinter seinem gewaltigen Kühlergrill und mit vereinter Hilfe von 507 PS und einem Drehmoment von 712 Nm, beschleunigt der 2,3-Tonner in 5,5 Sekunden auf Tempo 100. Maximal 240 km/h sind drin – auf gigantischen 24-Zoll-Felgen. Zum Stehen bringen das Ungeheuer vier luftgekühlte Bremsscheiben und ABS.

Von West nach Ost

Pick-up Trucks sind übrigens nicht nur auf den Weiten des amerikanischen Kontinents beliebt, sondern ganz besonders auch in Thailand. Dort jedoch aus ganz anderen Gründen: es gibt in Thailand kein Gesetz, dass das Mitnehmen von Mitfahrern auf der offenen Ladefläche verbietet. Insofern ist der Pick-up das optimale Reisemittel, um möglichst viele Menschen damit „up-zu-picken“.