Der weiß-blaue Austin-Healey 3000 mit geöffnetem Verdeck.
Car Stories

Austin-Healey 3000

„The Pig“ - Der Austin-Healey 3000

Wer vom Austin-Healey 3000 spricht, gerät ins Schwärmen – sofern er ihn noch auf der Straße erlebt hat, denn der Roadster gilt heute als Rarität. Die British Motor Company stellte die Produktion des beliebten Rallyewagens bereits 1967 nach drei Modellgenerationen mit nur etwas mehr als 42.900 Exemplaren ein. Aber noch immer lässt der kleine Brite Männerherzen höher schlagen.

03. November 2016

Zu Hause auf der Rennstrecke

Sein großer und drehmomentstarker Motor sowie seine leichte Bauweise machten den Austin-Healey 3000 seinerzeit zu einem Star im Renn- und Rallyesport. Zahlreiche Siege begründeten den Nimbus des 3000er Modells. Entwickelt wurde der Austin-Healey 3000, ganz klar, natürlich von einem Rennfahrer: Donald Mitchell Healey, Gewinner der berühmten Rallye Monte Carlo. Der stellte Anfang der 50er Jahre auf der Londoner Automesse zunächst den Healey 100 vor. Die British Motor Corporation wurde darauf aufmerksam – nicht zuletzt witterte man gute Geschäfte auf dem US-amerikanischen Markt, auf dem Roadster derzeit äußerst angesagt waren – und bot Healey die Zusammenarbeit an.

Schön, aber unbequem

Man verpasste dem 3000 ein Klappverdeck und versenkbare Scheiben mit Kurbelantrieb – sein Vorgänger, der Healey 100, hatte lediglich Steckscheiben. Mit seinem Holzlenkrad und dem britischen Design vereinte er ein attraktives Aussehen mit dem Feeling eines Rennwagens – unterstützt durch 150 PS und einem satten Motorgeräusch. Was will man mehr? Sicher ein Grund, warum der Austin-Healey 3000 für viele das Traumauto schlechthin war. Völlig ausgeblendet wurde hingegen die Tatsache, dass das Modell schlichtweg unkomfortabel war. Die Federung verdiente ihren Namen nicht und der Motor produzierte bei herabgezogenem Verdeck so viel Hitze im Wagen, dass man gezwungen war, „oben ohne“ zu fahren.

„The Pig“

Den Beinamen „The Pig“ erhielt der Austin-Healey 3000 für sein schweinös-schwieriges Fahrverhalten, dass selbst geübte Fahrer an ihre Grenzen brachte. Nur mit sensiblem Gasfuß war der unberechenbare Roadster auf der Straße zu halten, vor allem wegen seiner Neigung, mit dem Heck auszubrechen. Namensgeberin für „Das Schwein“ war die Rallye-Fahrerin Pat Moss, eine der ersten ernstzunehmenden Frauen im Motorsport, die dem Wagen schwierige Fahreigenschaften attestierte. Aber tragen solche Attribute nicht zu noch mehr Ruhm bei?

Die Produktion des Austin-Healey nahm 1967 nach nur acht Jahren ein jähes Ende wegen verschärfter Abgasnormen in den USA. BMC entschied sich daraufhin für die Produktion des Triumph TR5.