Aufnahme eines Dieselschleppers, der Deutz D 25
Car Stories

Deutz Dieselschlepper D 25

Ein Traum für Trecker-Fans – Deutz D 25

„Viele haben tolle Autos und Ami-Schlitten. Ich habe meinen Trecker.“ Matthias Könnig war zunächst nicht überzeugt, ob er seinen Deutz 25 hier vorstellen soll. Aber auch wenn er in Wolfsburg arbeitet, der technische Projektleiter ist im Herzen ein „Dorfjunge“ und: „Wir erfreuen uns halt an so einem einfachen Trecker.“ Aber von einfach kann hier keine Rede sein ...

18. November 2016

Es ist der Traum vieler kleiner und großer Jungen: einmal Trecker fahren. Unvergleichlich, das Tuckern des Dieselmotors, das Vibrieren der Maschine unterm Hintern, das sich bis in jede Schraube des Fahrzeugs fortsetzt. Und außerdem sieht man vom Führersitz aus die Welt von oben. Matthias Könnig kennt das alles und noch viel mehr: er hat seinen Deutz D 25 komplett zerlegt, bis nur noch das Getriebe übrig war. Das schafft eine tiefe Verbundenheit, „weil man weiß, wie viel Mühe darin steckt.“

Ein Stück Familiengeschichte

Den Deutz verkaufen würde Matthias Könnig nur, wenn seine Existenz davon abhinge, denn der Trecker ist schon seit mehr als 20 Jahren im Besitz der Familie. Entdeckt hatte ihn sein im Landmaschinenhandel tätiger Vater bei einem Händler in Bayern und das ziemlich heruntergewirtschaftete Stück für 2.200 Mark erstanden. „Er war nicht mehr schön, aber er hat funktioniert“ und war über zwei Jahrzehnte auf dem Hof des Vaters im Einsatz, bis er irgendwann nicht mehr ansprang. Für Matthias Könnig war klar: er baut ihn auf.

Alles begann im Kuhstall

Matthias Könnig gehört zu denen, die schon von klein auf schrauben, auch mal bis tief in die Nacht. Seine erste Werkstatt richtete er sich mit 17 ein, im Kuhstall. Später wurde geklotzt und nicht gekleckert: in seiner zweiten Werkstatt, mit Hebebühne, Schweißgerät und Brenner, waren manchmal bis zu zwölf Fahrzeuge gleichzeitig am Start. Der Deutz ist sein erstes Großprojekt. Das Schrauben sieht er als entspannenden Ausgleich zum Job. „Das Schlimmste sind die Fingernägel, der Rest ist egal“.

Der Umbau: eine never-ending story

Zwischendurch habe er von dem Trecker auch mal genug gehabt, gibt er zu. Einfach, weil der Umbau kein Ende nahm. Viele Ersatzteile sind nicht mehr erhältlich oder sehr kostspielig, Fabrikate aus dem Ausland passen oft nicht richtig. So musste er Universalersatzteile individuell anpassen. Auch Kolben und Zylinder des D 25 wurden neu eingeschliffen, abgedichtet und lackiert. Apropos Lackierung: hier war Kreativität gefragt. Aus drei Autolüftern baute sich Matthias Könnig eine Absauganlage, die, betrieben von einem Auto-Ladegerät, Unterdruck erzeugte und so alles nach außen absaugte.

Ein paar Restarbeiten fehlen jetzt noch: Kabine, Mähbalken und Soziussitz werden wohl noch ein Jährchen bis zur Fertigstellung in Anspruch nehmen. Dann will er seinen D 25 auf größeren Trecker-Ausstellungen präsentieren. Eins ist sicher: Sein nahezu unverkäufliches Meisterstück wird das ein oder andere Sammlerherz brechen.