Aufnahme eines 1932er Ford „El Chupacabra Rod“ seitlich von vorne
Car Stories

1932er Ford „El Chupacabra Rod“

Ein Fabelwesen von einem Auto

Der Chupacabra ist ein in Lateinamerika heimisches Fabeltier mit stacheligem Rücken und spitzen Zähnen, das Ziegen und Schafen die Kehle aufschlitzt und ihnen wie ein Vampir das Blut aussaugt. 1995 soll er erstmalig in Puerto Rico gesehen worden sein, eine ziemlich moderne Legende also. Manche glauben an den Chupacabra, andere halten ihn für Voodoo. Das 1932er Ford Modell B ist ganz unbestritten auch eine Legende, und zwar eine wesentlich ältere als der Chupacabra, aber seine Existenz ist völlig unbestritten ...

20. Februar 2017

Ein fabelhafter Hot Rod

Rein äußerlich betrachtet haben der Chupacabra und der 1932er Ford nicht viel gemeinsam. Nur wenn man tatsächlich mal einen von ihnen entdeckt, ist es garantiert ein ganz außergewöhnlicher Moment. Vier Jahre hatte der Kölner Stefan Immke im Internet nach einem „Rod“ gesucht, also einem (meist) US-amerikanischen Auto aus den 1920er bis 1940er Jahren, das nach bester Hot Rodding-Manier modifiziert wird und dessen Originalmotor durch ein leistungsstarkes V8-Aggregat ersetzt wird. Schließlich findet er den Heiligen Gral der Hot Rodding-Szene: das 1932er Ford Modell B als Cabriolet, eine absolute Rarität. Der Mittelklasse-Wagen wurde in den USA nur im Jahr 1932 mit einer Stückzahl von knapp 72.000 produziert, aber auch in den Werken der deutschen Ford Motor Company AG in Köln-Niehl hergestellt. Die äußerst seltene Antiquität auf vier Rädern importierte Stefan Immke aus Kanada und was dann passiert, grenzt schon fast an Voodoo ...

Vom Ford Modell B zum „Chupacabra Rod“

Kommen wir zunächst einmal auf den Motor zu sprechen, der beim Hot Rodding natürlich ausgetauscht wird. In diesem Falle gegen einen Flathead-V8 aus einem 1951er Mercury mit Iskendrian-Nockenwelle. Der Flathead ist mit einigen weiteren ganz außergewöhnlichen Anbau-Schätzchen ausgestattet, wie zwei Stromberg-Vergasern und einem Original Thickstun-Einlass. Die Zündspule versenkt Stefan Immke in einer recycelten Granate. Die Karosserie zerlegt er komplett, legt die Einzelteile in Möbelbeize ein und schleift jedes einzelne von ihnen per Hand ab. Lack und Zinn darüber, fertig ist der coole Look, der auch den Innenraum des „Chupacabra Rod“ bestimmt. Hier verlegt Stefan Immke den Boden mit Bambusplatten, bezieht die Innentüren mit Leder und setzt Bomber-Sitze ein.

Fertig ist das Fabelwesen. Und wundert´s einen noch, dass Stefan Immke nach der vielen liebevollen Zauberei seinem 1932er Ford Modell B den Namen eines Fabelwesens gibt?