Aufnahme eines edelstahlsilbernen DeLorean DMC-12 mit geöffneten Flügeltüren, seitlich von hinten aufgenommen
Car Stories

DeLorean DMC-12

Zurück in die Zukunft

Kinder der 80er-Jahre müssen nur „DeLorean DMC-12“ hören und schon haben sie die „Zeitmaschine“ von Doc Brown aus dem Kino-Klassiker „Zurück in die Zukunft“ vor Augen. Unvergessen, wie der Held Marty McFly mit diesem Auto zwischen den Zeitzonen hin und her reist. Mit anderen Worten: kaum einer denkt beim DeLorean DMC-12 an den auf dem Automobilmarkt gefloppten Sportwagen, sondern an ein verrücktes Kinoabenteuer. Und das ist eigentlich schade, denn die reale Geschichte des DeLorean DMC-12 ist nicht uninterressant ...

06. März 2017

John DeLorean und sein „ethisches“ Auto

Der frühere General Motors-Vizepräsident John DeLorean hatte eine Vision: Er wollte ein „ethisches Auto“ bauen. Sicher, langlebig und nachhaltig sollte es sein. Aus heutiger Sicht, wo das Wort „Nachhaltigkeit“ in aller Munde ist, schwer zu verstehen, aber in den 1970ern war der Wunsch nach einem nachhaltigen Auto ziemlich avantgarde. Und so musste DeLorean seinen Hut bei General Motors nehmen, um sein „ethisches“ Auto unter seinem eigenen Namen zu entwickeln, der DeLorean Motor Company, kurz DMC. Eine italienische Firma erhielt den Zuschlag, das Design für den geplanten Sportwagen zu übernehmen. Man griff auf eine Vorlage für den Porsche 928 zurück, die von den Stuttgartern abgelehnt worden war: Ein Zweisitzer-Coupé mit charakteristischen Flügeltüren.

Zu viele Kompromisse verderben den Brei

John DeLoreans Traum von einem hochwertigen und sicheren Sportwagen mit leistungsstarkem, aber effizientem Motor, prallte schon bald auf harte Realitäten. Nach Jahren der Suche nach optimalen Entwicklungs- und Herstellungsbedingungen für den DMC-12, bekam Lotus schließlich den Auftrag, das Fahrzeug zu entwickeln. Und das unter erheblichem Zeitdruck, da die Geldgeber endlich Ertrag sehen wollten. Das sollte sich als fatal herausstellen. Schon bald zeigte sich, dass von DeLoreans Idee letztendlich nur das Design übrig blieb. Die Flügeltüren aus Edelstahl gerieten zu schwer, das an den Lotus Esprit angelehnte Fahrgestell entsprach nicht mehr der Grundidee John DeLoreans. Der V6 Motor konnte nicht mittig, sondern musste hinten eingebaut werden, was dem DMC-12 ein ursprünglich nicht gewolltes hecklastiges Fahrverhalten verlieh. Insgesamt war der DeLorean DMC-12 mit 1,3 Tonnen Gewicht am Ende zu schwer, um noch als Sportwagen durchzugehen. Erstaunlich, dass er trotz schwacher Leistung von nur 132 PS immerhin 200 km/h Spitze erreichte. Als der Wagen 1981 schließlich im nordirischen Dunmurry vom Band lief, war er wegen Zeitmangels wenig ausgereift. Zudem gab es auch produktionstechnische Probleme. Letztendlich waren die Kunden nicht bereit, den damaligen deutschen Preis von knapp 75.000 DM für den Wagen zu bezahlen.

Kein Happy End für John DeLorean

Die britische Regierung, die bis dato viel Geld in die Produktion des DeLorean DMC-12 in Nordirland gesteckt hatte, um die hohe Arbeitslosigkeit dort zu senken und somit der IRA den Nährboden zu entziehen, stoppte ihre Zahlungen 1981. Und zwar kurz vor dem geplanten Börsengang des Unternehmens, das daraufhin Konkurs anmeldete. John DeLorean, der an Kapital kommen musste, wurde mit einem Kokain-Deal in Verbindung gebracht. Zwar wurde er freigesprochen, aber man warf ihm vor, Millionen von Investoren-Dollars unterschlagen zu haben.

Das Auto mit dem „Fluxkompensator“

Dass der DeLorean DMC-12 doch noch zu Ruhm und Ehre kam, verdankt er Hollywood. Dem Regisseur von „Zurück in die Zukunft“, Robert Zemeckis, gefiel der futuristische keilförmige Edelstahl-Look des DMC-12. Außerdem kam es sehr gelegen, dass der auf dem Automarkt gefloppte Wagen günstig zu haben war. Einfach genial, wie der verrückte Doc Brown in dem 80er-Jahre Blockbuster „Zurück in die Zukunft“ den legendären Film-DeLorean DMC-12 mit einem „Fluxkompensator“ und Atomantrieb ausstattet und so eine Zeitmaschine aus dem Sportwagen macht. Ohne diese wäre es Michael J. Fox als Marty McFly nie geglückt, in die Vergangenheit zu reisen, um dort seine Eltern zusammenzubringen und somit seine eigene Geburt zu ermöglichen. Wenigstens im Film ein Happy End für den DeLorean DMC-12.