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Car StoriesMercedes-Benz SLR McLaren

Der Super­sport­wagen

Lesezeit ca.: 2 Minuten

Was für ein Auto kauft sich ein Mann wie der superreiche und supererfolg­reiche Basketball­spieler Michael „Air“ Jordan? Einen Supersport­wagen: den Mercedes-Benz SLR McLaren. Ein Auto für einen Mann der Superlative: Beschleu­ni­gung auf 100 km/h in nur 3,8 Sekunden. Der Wagen natürlich, nicht der Mann. Den misst man eher in Metern und Körben. Aber, das ist eine andere Geschichte ...

20. März 2017

Schmetter­lings­türen mit Historie

Die Geschichte des Mercedes-Benz SLR McLaren, von dem zwischen 2003 und 2009 etwa 3.500 Exemplare als Coupé und Roadster gebaut wurden, geht zurück auf das Jahr 1953. Das Jahr, in dem die Sportwagen-Weltmeis­ter­schaft eingeführt wurde. Der schwäbische Autobauer schickte zu diesem Anlass die neue Sportwagen­va­ri­ante Mercedes-Benz 300 SLR in die Rennen. Sein erstes Rennen, 1955 in Mille Miglia, gewann er auch gleich, mit dem legendären Rennfahrer Stirling Moss am Steuer. Nur wenige Wochen später, nahm Mercedes aus Respekt seine noch verbliebenen Wagen aus dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Grund war der katastro­phale Unfall des französi­schen Mercedes-Piloten Pierre Levegh, der ihn und 80 Zuschauern das Leben kostete.

Im gleichen Jahr entwickelte der Ingenieur und spätere Daimler-Vorstand Rudolf Uhlenhaut aus dem Mercedes-Benz 300 SLR das sogenannte „Uhlenhaut-Coupé“ mit den charakte­ris­ti­schen Flügeltüren. Die Schmetter­lings­türen mit den Entlüftungs­öff­nungen unseres Mercedes-Benz SLR McLaren sind als Hommage an die „Roaring 50ies“ und Uhlenhaut zu verstehen.

Ein gemeinsames Kind

Was kann man tun, um der italieni­schen Konkurrenz von Ferrari und Lamborghini eine Kotflügel­länge voraus zu sein? Das war die zentrale Frage, mit der man sich zu Beginn der 2000er-Jahre in Stuttgart beschäftigte. Ein Partner musste her und wurde in der englischen Rennwagen­ma­nu­faktur McLaren gefunden. Gemeinsam kreierte man einen wahren Pracht-Boliden, den Supersport­wagen Mercedes-Benz SLR McLaren mit einem handgefer­tigten kompressor­ge­la­denen V8-Motor mit 5.439 ccm Hubraum und 626 PS. Das bringt das 1.700 Kilo schwere Gefährt bis auf 337 km/h Spitze, wobei die Schallmauer von 300 km/h nach 28,8 Sekunden durchbro­chen wird. Testfahrer schwärmen von einem „Schub ohne Ende“. Gebremst wird der Bolide von Keramikbrems­scheiben und einem Heckspoiler, der sich bei einem Speed von 95 km/h automatisch ausfährt und beim Bremsvor­gang aufstellt. Aufs sprichwört­liche „Heilig´s Blechle“ haben die Schwaben zusammen mit McLaren beim Bau des Straßenfe­gers verzichtet: Karosserie und Chassis sind aus karbonfa­ser­ver­stärktem Kunststoff gefertigt.

Alles hat seinen Preis

Details der Innenaus­stat­tung geben sichere Hinweise darauf, dass man es beim Mercedes-Benz SLR McLaren nicht nur mit einem reinen Sportwagen zu tun hat, sondern eben auch mit einem Mercedes. Die elektrisch verstell­baren Karbonsitze sind lederbezogen, der Sound kommt aus Bose-Boxen. Automati­sche Klimaanlage, Navi, Telefon, Tempomat und Multifunk­ti­ons­lenkrad sind natürlich vorhanden. Reaktions­zeiten des Getriebes und Schaltver­halten lassen sich an der 5-Gang-Automatik einstellen. Das kostet alles Geld. Rund 435.000 Euro, um genau zu sein.

Mehr als das soll Michael Jordan für seinen Mercedes-Benz SLR McLaren 722, einem Sondermo­dell der Reihe, hingeblät­tert haben. Offenbar hatte er jedoch wenig Gelegenheit den Wagen zu fahren. Er verkaufte ihn 2010 – mit einem Kilometer­stand unter 1.000 Meilen.