Aufnahme eines roten Ford GT40 mit weißen Streifen auf dem Dach und einer „3“ in einem weißen Kreis mit schwarzem Rand auf dem Heck, von hinten oben aufgenommen
Car Stories

Ford GT40

Die Gran Turismo-Legende von Le Mans

Lesezeit ca.: 2 Minuten

Er ist ein Produkt des Ehrgeizes von John Ford II, der Ford GT40. Den internationalen Rennsport sollte er aufmischen und andere renommierte Rennställe, allen voran Ferrari, auf die Plätze verweisen. Der Plan ging auf. Der Ford GT40 schrieb in den 60er-Jahren Rennsportgeschichte auf den 24-Stunden-Rennen von Le Mans.

18. April 2017

Der Star von Le Mans

Viermal in Folge gewann der Ford GT40 das legendäre 24-Stunden-Rennen von Le Mans und ritt damit von 1966 bis 1970 auf einer einmaligen, aber auch wohl kalkulierten Erfolgswelle. Mit diesen Siegen konnte sich nicht nur Ford auf die Schulter klopfen, sondern der US-amerikanische Rennsport bekam wieder einen Fuß in den europäischen Rennsportmarkt, der bis dato von Ferrari und Porsche beherrscht wurde. Das war auch das Kalkül von Henry Ford II gewesen. Er wollte seine Marke auf dem in den 60er-Jahren vor allem bei jungen Leuten absolut angesagten – Langstreckenrennen von Indianapolis und Le Mans präsentieren, was ihm mit dem legendären Gran Turismo Ford GT40 schließlich auch gelang. Aber der ursprüngliche Plan war ein anderer ...

Ein „Revanche-Wagen“ für John Ford II

Eigentlich hatte John Ford II geplant, die Firma Ferrari komplett aufzukaufen. Da Enzo Ferrari aber einen möglichen Verkauf an die Bedingung knüpfte, die zukünftige Rennabteilung von Ford-Ferrari zu leiten, sagte Ford die Verhandlungen ab, die 1963 schließlich endgültig scheiterten, als Ferrari jegliches Verkaufsinteresse fallen ließ. Das stachelte Fords Ehrgeiz an, viel Arbeit in die Entwicklung eines „Vergeltungs-Rennautos“ zu stecken, das Ferrari in Le Mans schlagen sollte. So wurde der Sportwagen 1964 als Gran Turismo („Große Fahrt“) in Coupé-Form mit einer Höhe von 40 Zoll im englischen Slough entwickelt. Bestückt mit einem 4,2-Liter-V8-Motor mit Colotti-Getriebe schaffte es der Ford GT40 auf 320 km/h Spitze, somit an Ferrari vorbei und schrieb Geschichte beim legendären 24-Stunden-Rennen in Le Mans.

Der „King of Cool“ und der „Ferrari-Killer“

Der vor allem in den 70er-Jahren populäre Hollywood-Schauspieler Steve McQueen, auch „King of Cool“ genannt, hatte keinen Faible für viele Worte, war aber von schnellen Autos geradezu besessen. So stellte McQueen stets sicher, dass in seinen Filmen immer irgendein Fahrzeug eine Rolle erhielt. Für seinen Film „Le Mans“ realisierte er 1970 seine Rennsport-Träume konsequent. In den Hauptrollen: Rennwagen und Asphalt-Action ohne Ende. Auf Dialoge und eine Handlung wurde weitgehend verzichtet. Vielleicht floppte der Film deswegen. Für den „King of Cool“ war der Film jedoch eine Hommage an den Schauplatz legendärer 24-Stunden-Rennen - und an den Ford GT40, der sogar eine Cameo-Rolle darin erhielt. In der Anfangsszene von Le Mans sieht man, wie sich der „Ferrari-Killer“ in einem Strom von Autos auf Le Mans zubewegt. Und dazu bleiben einem McQueens Worte aus dem Film im Ohr: "Rennen ist Leben. Der Rest ist Warten."