Schwarz-weiß Aufnahme eines Steel Hot Rod seitlich von vorne Der Ford Modell T als Steel Hot Rod hat einiges an Umbau-Arbeiten hinter sich. | Pixeleye Industries // Dirk Behlau
Car Stories

Der Mix macht’s

Der Ford Modell T als Steel Hot Rod

Lesezeit ca.: 3 Minuten

Man nehme ein ehemaliges Massenprodukt, das Ford Modell T, drehe es mittels Hot Rodding von links auf rechts und verpasse ihm dann einen absolut hippen „bare metal“-Look. Aus diesen Zutaten entsteht eine unwiderstehliche, weil völlig unorthodoxe Mischung: die Tin Lizzie als Steel Hot Rod. Auf die Idee muss man erstmal kommen...

12. September 2017

Es erfordert ein gewisses Maß an Kreativität und Vorstellungsvermögen, aus einem Ford Modell T einen Steel Hot Rod wie diesen zu machen. Es bedeutet nichts weniger als ein Fahrzeug, das für den Beginn der Massenproduktion steht, in ein Schätzchen der automobilen Subkultur zu verwandeln: der Hot Rod Szene. Vielleicht gilt der Steel Hot Rod deswegen als besondere Rarität? Das wichtigste Element seines neuen Looks: der Lack ist ab. Was normalerweise kein positives Attribut ist, verleiht diesem Fahrzeug das gewisse Etwas. In der Szene ist das T-Modell seit jeher eines der beliebtesten Umbau-Modelle. Es in blankem Stahl zu präsentieren, ist dennoch einzigartig. Und auf der Höhe der Zeit: der „bare metal“-Look zieht sich derzeit wie ein roter Faden durch die Ausstellungen auf Fahrzeug-Messen. Besonders im Zweirad-Bereich, wie man auf der Intermot in Köln sehen konnte, wird momentan häufig und gern die Schleifmaschine eingesetzt.

Tin Lizzie als meistverkauftes Auto der Welt

Ob Henry Ford, der Vater des T-Modells, wohl auch Gefallen am trendigen Gammellook des Steel Hot Rod gefunden hätte? Nun, darüber lässt sich nur spekulieren. Fest steht: Das T-Modell markiert das Ende der Pferde-Ära und den Beginn des Autos als Massenware. Am 14. Januar 1914 stellten die Ford-Werke ihre Produktion auf Fließbandfertigung um, was die „Blech-Liesel“, so der Name „Tin Lizzie“ auf Deutsch, für den US-amerikanischen Bürger erschwinglich machte. Der Kaufpreis sank von 850 auf 370 Dollar und das T-Modell mauserte sich mit 15 Millionen Stück zum meistverkauften Auto der Welt. Abgelöst wurde es erst 1972 – vom VW Käfer.

Schwarz-weiß Aufnahme eines Steel Hot Rod seitlich von hinten

Customizing extrem: Hot Rodding

Richten wir das Augenmerk nun auf das Hot Rodding, das unserem Ford Modell T verpasst wurde. Das Hot Rodding als eine Spielart des US-Customizing lässt quasi kein Stein mehr auf dem anderen, pardon keine Schraube und kein Teil mehr so, wie es war. Modifizierung vom Extremsten also. Nicht nur die Karosserie wird umfangreich verändert, auch der Originalmotor muss dran glauben und wird meist durch ein leistungsstarkes V8-Aggregat ersetzt. Ein typisches Hot Rod-Fahrzeug entstammt meist den Jahrgängen zwischen 1920 und 1940, die klassischen Hot Rod-Fahrzeuge sind die Ford Modelle A und T.

Umbau zum Steel Hot Rod

Der Name für unseren Steel Hot Rod lag irgendwie nahe: Rodney, so hat ihn sein Besitzer getauft. Rodney ist in vielerlei Hinsicht ein Hingucker. Neben dem blanken Stahl-Look stechen einem vor allem die supercoolen Alusitze ins Auge. Und natürlich die „Offys“ – also die grandiose Offenhauser-Spinne mit sechs 97er-Stromberg-Doppelvergasern und den auf Hochglanz polierten Offenhauser-Aluventildeckeln. Ach ja, nicht zu vergessen: die Zündanlage im Joe-Hunt-Magneto-Look. Der Steel Hot Rod fährt mit einem Chevrolet OHV V8-Motor mit 5.735 ccm und einem Drei-Gang-Automatikgetriebe. Die Karosserie ist gechoppt und gechannelt, heißt im Klartext: die Dachsäulen wurden gekürzt, die Fenster dadurch verkleinert, die Karosserie wurde über den Rahmen abgesenkt. Die Vorderachse stellt nun eine um 4 inch gedroppte l-Beam-Achse an Querblattfedern und split Wishbones. Abgedämpft wird das Fahrzeug durch Teleskopstoßdämpfer. Wow, was für ein Schraub-Aufwand, was für eine wilde Mischung!