Aufnahme des Ford Coupé 1948 de luxe long door als “Dutch Gold” von der Seite. Er war einmal ein Ford Coupé 1948 de luxe long door, nun ist er “Dutch Gold” | Pixeleye Industries // Dirk Behlau
Car Stories

Goldstück aus Holland

Dutch Gold – Ford Coupé 1948 de luxe long door

Lesezeit ca.: 2 Minuten

Offen gestanden, wenn man den „Dutch Gold“ von Art van Norel das erste Mal vor sich stehen hat, reibt man sich die Augen. Wie eine unwirkliche Erscheinung steht das massive tiefer gelegte Ford Coupé 1948 de luxe long door mit seiner ungewöhnlichen Silhouette vor einem. Und dann das fast himmlische Schimmern des goldenen Lacks! Manch ein Autoliebhaber und Hot Rodder wähnt sich da schon fast im Auto-Himmel...

09. Oktober 2017

Frikandel, Gouda und allerlei Grünzeug aus dem Gewächshaus: Die Holländer sind bei uns für so einiges bekannt. Und, wer weiß, bald vielleicht auch für dieses unnachahmliche „Dutch Gold“? Es wäre auf jeden Fall gerechtfertigt. „Golden yellow pearl“, also „gold-gelbliche Perle“, so klangvoll ist der Name der Farbe, mit der der talentierte niederländische Airbrusher und Graveur Art van Norel sein Fahrzeug pulverbeschichtet und so in sein Goldstück verwandelt hat.

Leder, Alcantara und Sparky

Eine ganzes halbes Jahr nahmen allein das Beschichten und die Innenausstattung in Anspruch. Und Letztere kann sich ebenfalls mehr als sehen lassen: die Original-Sitze sind edel mit Leder und Alcantara bezogen. Armaturenbrett und Lenkrad sind aufwendig und eigenhändig von Art van Norel gestaltet und gebaut worden. Ebenso die Türverkleidungen. Die optischen Knaller im Innenraum bilden das eingebaute Lenkrad eines 64er Thunderbirds und der „Sparky“ genannte Knauf auf dem Schwanenhals-Gangwahlhebel in Form einer Zündkerze mit Gesicht und Zigarre im Mund von „Tommy Powell Customs“.

Ein Multitalent: Art van Norel

Zugegeben, der Umbau des Ford Coupé 1948 de luxe long door zum Endprodukt „Dutch Gold“ hat viel Zeit in Anspruch genommen. Daher ist Art van Norel seinem Freund dankbar, denn er habe ihm geholfen, seiner Frau „Verständnis und Geduld für das Projekt“ zu vermitteln. Beides war von Nöten, ganze zwei Jahre gingen für den Umbau ins Land. Doch die haben sich gelohnt. Allein schon wegen der anbetungswürdigen Silhouette des Wagens, an der fast alles verändert wurde. Auch in der Metallverarbeitung hat sich der multitalentierte Ingenieur Art als genial erwiesen.

Tabula rasa in Hot Rod-Manier

Original dagegen sind Kühlergrill und vorderer Stoßfänger – erstrahlen jedoch gemeinsam mit dem Kühlerrahmen in neuer Verchromung. Alles natürlich tiefer gelegt, auch das komplette Heck samt Stoßdämpfer. Die Heckpaneele: um 25 Zentimeter verlängert und in Metall ausgegossen. Ansonsten, Tabula rasa in bester Hot-Rod-Manier: alter Motor raus und ein Thunderbird 1994, EFI mit 250 PS rein. Türgriffe von Fiat, Frontscheinwerfer von Buick aus dem Jahr 1953, Blinker mit selbstgebauten LEDs. Eine gelungene Mischung, umgesetzt auf Weltklasse-Niveau.

Da stellt sich zum Schluss noch die Frage: Warum ist „Goldfinger“ Gert Fröbe in James Bond eigentlich nicht ein solches Auto gefahren? Für Art van Norel wäre es sicher ein Leichtes gewesen, den Wagen mit einem Schleudersitz, Nebelwerfern und anderen Verfolgungsjagd-tauglichen Gadgets auszustatten...