Image: Der Cadillac Fleetwood eroberte nicht nur Elvis’ HerzM PlanM PlanEin 1955er Cadillac Fleetwood Kustom. | Pixeleye Industries // Dirk Behlau
Car StoriesVon pink zu purple-champagne

Der Cadillac Fleet­wood eroberte nicht nur Elvis’ Herz

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Es gibt nur wenige Autos, die einen solchen Ikonen-Status haben wie der Cadillac. Mit diesem Straßenkreuzer verbindet fast jeder etwas. Hört man den Namen „Cadillac“, entstehen sofort Bilder im Kopf. Dieser Wagen ist ein Klischee. Synonym für Status, Geld, den American Way of Life, wegweisend für den Stil einer ganzen Ära und Symbol für die boomende Auto-Metropole Detroit der 1950er-Jahre. Kaum ein anderes Auto ist so häufig besungen worden wie der Cadillac: von Bruce Springsteen und Chuck Berry über die Stray Cats und Johnny Cash bis hin zu Natalie Cole. Und ja, auch Modern Talking, „Geronimo´s Cadillac“. Und dann gab es ja auch noch diesen bekannten Sänger aus Memphis, Tennessee, der Cadillacs kaufte wie andere Menschen Brot beim Bäcker…

18. Dezember 2017

Es war das Jahr 1955 als Elvis Presley seinen ersten Cadillac kaufte, einen 1954er Fleetwood Series 60, natürlich in Pink, wie die meisten der nachfolgenden Cadillacs des King of Rock´n´Roll. Der Wagen kann übrigens noch heute im Graceland Museum in Memphis, Tennessee bestaunt werden. Den nächsten, allerdings blauen Cadillac, ließ Elvis Presley von einem Nachbarn Pink lackieren. Die Farbe nannte sich fortan: „Elvis Rose“. Die Umlackie­rung ging zurück auf Elvis´ Song „Baby, let´s play house”, in dem ein „Pink Cadillac” erwähnt wurde. Der Wagen war ein Geschenk für Gladys Presley, Elvis´ Mutter, die allerdings gar keinen Führerschein besaß.

Cadillac-Kaufrausch

In den Folgejahren füllte Elvis seine eigenen, aber vor allem auch die Garagen seiner Freunde und Familie mit zahlreichen Cadillacs. Angeblich soll Elvis 1975 bei seinem Stammhändler Madison Cadillac an nur einem Tag 14 Cadillacs gekauft haben. Ein persönli­cher Rekord. Aber so sind sie eben, die Stars. Ein Glanzpunkt seiner Flotte in Memphis bildete sicher das 1959er Cadillac Eldorado Cabrio mit den charakte­ris­ti­schen Heckflossen und den Raketen-Rückleuchten. Der Fahrkomfort wird als butterweich beschrieben, das Fahrverhalten in den Kurven, jedoch als schwammig wie ein Wackelpud­ding. Darüber konnte Elvis sicher locker hinwegsehen, denn: „Heaven is in the back seat of my Cadillac”. So drückten es Hot Chocolate Jahre später in einem Song aus. Es wundert schon, dass Elvis bei dem Wahnsinns-Konsum nur ein einziges seiner Alben dem Cadillac gewidmet hat: Das „Pink Cadillac“-Album von 1956.

Der Lila-Champagner-Cadillac Fleetwood

Man sieht es auf den ersten Blick: Dieser „purple-champagne“ lackierter 1955er Cadillac Fleetwood ist ein Kustom Car. Sein Besitzer, ein niederlän­di­scher Ingenieur, hat ihn zwei Jahre lang liebevoll umgebaut. Viele Teile hatte er in seinem Lager, etwa Sitze, Polster, Lenker und Lenksäule. Der Motor ist ein original 331 Cadillac-Motor. In bester Hot-Rod-Manier blieb ansonsten kein Teil auf dem anderen: das Heck ist gedropped, also abgesenkt um sechs Zentimeter. Die Front insgesamt komplett neu gebaut. Die Front-Stoßstange kommt von einem Dodge, der Kühlergrill von einem 56er Chevy Pickup. Die Fenster sind spezialan­ge­fer­tigt und natürlich verkleinert, da der Wagen gechopped wurde. Im Klartext: die Dachsäulen wurden abgetrennt und verkürzt. Hätte sich Elvis in Anbetracht dieser doch erheblichen Eingriffe im Grabe umgedreht? Vermutlich nicht, er wäre sicher begeistert gewesen! Und dann die Farbe: purple-champagne, die wäre ganz nach seinem Geschmack gewesen.