E-Auto-AkkusNeue Ideen geben verbrauchten E-Batterien ein zweites Leben | Firstsignal
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Was passiert mit ausrangierten Elektroauto Batterien?

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Noch ist Elektromobilität ein Nischenphänomen. Doch wenn künftig immer mehr E-Autos auf den Markt kommen, fallen bald auch immer mehr Alt-Akkus an. Die lassen sich recyceln – oder einer „Second-Life-Nutzung“ zuführen.

31. Januar 2018

Rund 23.000 Elektroautos wurden 2017 in Deutschland neu zugelassen. Mehr als doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Das ist eine vergleichsweise geringe Zahl angesichts der mehr als drei Millionen Pkw-Neuzulassungen insgesamt, doch sie macht deutlich: Elektroautos sind ein Wachstumsmarkt. Und parallel dazu werden sich weitere neue Märkte entwickeln – zum Beispiel der des Recyclings von Elektroauto-Akkus.

Denn die so genannten Traktionsbatterien sind nicht nur das zentrale Bauteil eines E-Fahrzeugs. Die großen, oft mehrere hundert Kilogramm schweren Akkus stecken auch voller Wertstoffe. Aluminium, Kupfer, Grafit, Kunststoffe und vor allem die seltenen Metalle Lithium und Kobalt kommen in den meisten Akkus vor. Das macht sie nicht nur teuer in der Herstellung, sondern auch dann noch wertvoll, wenn das Elektroauto still gelegt wird. Eine Wiederverwertung lohnt sich also, allerdings erfordert es einen hohen Aufwand und die Beherrschung komplexer Prozesse. Die Frage ist also, wo und wie ein effektives Autobatterie Recycling möglich ist.

Recyclingverfahren sind bisher sehr teuer

„Die Verfahren, um große Lithium-Ionen-Akkus zu recyceln, sind extrem kompliziert und entsprechend kostspielig“, sagt Alois Grinschgl, Projektleiter Elektroaltgeräte bei dem österreichischen Recycling-Unternehmen Saubermacher in Feldkirchen bei Graz, das sich seit 1993 mit der Entsorgung von Batterien beschäftigt. „Das Zerlegen und Wiederaufbereiten von einer Tonne Lithium-Ionen-Akkus kostet bis zu mehrere Tausend Euro“, sagt Grinschgl, „das rechnet sich bislang nur, wenn der Akku einen hohen Kobaltanteil hat.“

Der einfache Grund: Lithium ist auf dem Weltmarkt zu billig, als dass sich die Rückgewinnung aus Alt-Batterien derzeit schon lohnen würde. Bei Kobalt sieht das anders aus, weshalb das Recycling von kobalthaltigen Akkus heute bereits wirtschaftlich betrieben werden kann. Saubermacher recycelt derzeit einige Hundert Tonnen Großbatterien pro Jahr bei der 2015 übernommenen Wiederverwertungsfirma Redux in Offenbach. Für eine Wiederaufbereitung im industriellen Stil ist das jedoch noch eine viel zu geringe Menge. Zumal einige Techniken des Extrahierens von Rohstoffen aus den Batteriezellen noch im Forschungsstadium stecken und bislang nur mit sehr teuren, hydrometallurgischen oder chemischen Verfahren möglich sind.

Neue Ideen für Entsorgung und Wiederverwertung

Allerdings wächst mit jedem neuen Elektroauto das Potenzial für das Geschäftsmodell Akku-Recycling. Zumal die EU eine Wiederverwertungsquote von 50 Prozent der Batteriezellen vorschreibt. Diese Quote wird aktuell gerade so erfüllt, vor allem durch die Rückgewinnung der verbauten Metalle, also etwa der Aluminium-Zellgehäuse und der Kupfer-Aluminium-Folien in den Zellen selbst. Um die seltenen Metalle (u.a. Lithium und Kobalt) in der Beschichtung dieser Folien, der so genannten Schwarzmasse, zurückgewinnen zu können, bedarf es der schon erwähnten, chemischen Methoden. Damit dies künftig einfacher möglich ist, wird in diversen Forschungsprojekten an Beschichtungen gearbeitet, deren Bestandteile sich später leichter voneinander trennen lassen.

Ein anderer Weg, ausrangierte Auto-Akkus weiter zu verwerten, ist die so genannte „Second-Life-Nutzung“. Denn wenn Batterien ihren Leistungszenit überschritten haben, sind sie zwar im Auto unbrauchbar, doch Strom speichern können sie nach wie vor. Solche schwächeren Akkus werden dann zu großen Stromspeichern zusammengeschlossen und als stationäre Energiereservoire genutzt. Das Recyclingunternehmen Remondis beispielsweise betreibt seit gut einem Jahr im westfälischen Lünen einen Stromspeicher aus tausend Akkus des Elektro-Smart. Auch die Batterien des BMW i3 sind so konzipiert, dass sie einfach gestapelt und miteinander gekoppelt werden können. Der Energiekonzern Vattenfall hat bereits einen solchen Stromspeicher aus ehemaligen BMW-i3-Akkus in Betrieb genommen.