Image: Steve Radus auf einem Roadtrip der ganz besonderen ArtM PlanM PlanMit diesem rallyetauglichen Mercedes E-Klasse-Kombi von 1993 gehen Steve Radus und André Roux auf die große Runde um die Ostsee. | Privat, Steve Radus
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Steve Radus auf einem Roadtrip der ganz beson­deren Art

Lesezeit ca.: 3 Minuten

10 Länder in 16 Tagen und eine Strecke von 7.500 Kilometern – mindestens. Das sind die groben Eckpunkte des Baltic Sea Circle 2018, bei der Steve Radus gemeinsam mit seinem besten Freund an den Start geht. „Und viel mehr als diese Eckpunkte gibt es bei der Rallye auch nicht“, so Radus.

15. Juni 2018

Von Hamburg durch Dänemark, Schweden und Norwegen hinauf zum Polarkreis, von dort durch Russland und die Baltischen Staaten zurück an die Elbe. Und das ohne Navi, ohne GPS, abseits der Autobahnen und in einem Wagen der älter ist als 20 Jahre: Der Baltic Sea Circle verlangt seinen Teilnehmern einiges ab. „Aber dafür werden wir garantiert auch jede Menge erleben“, ist sich Steve Radus sicher. Der Maschinen­bau­in­ge­nieur erfüllt sich mit der Rallye einen Traum. „Spätestens, seit Bekannte von mir an der Allgäu-Orient-Rallye teilgenommen haben, war für mich klar: Das musst du auch mal machen.“ Gesagt, getan. Gemeinsam mit seinem besten Freund André Roux macht er sich in den kommenden Tagen in einem eigens für diesen Zweck erstandenen und umgebauten E-Klasse-Kombi, Baujahr 1993, auf die Reise ins Ungewisse. „Wir kommen beide aus Sindelfingen, mein Opa, mein Onkel und mein Vater haben alle bei Daimler gearbeitet – da war schnell klar, auf welche Marke wir setzen würden. Die E-Klasse ist zudem sehr robust, außerdem ist das Platzangebot unschlag­bar“, so Radus. Die 340.000 Kilometer, die der Wagen schon jetzt auf dem Buckel hat, bereiten ihm aber auch aus einem anderen Grund keine großen Sorgen. „Der Vorbesitzer ist TÜV-Prüfer und hat uns den Kombi in erstklas­sigem Zustand übergeben.“

M Plan spendet für den guten Zweck

Ob jener Vorbesitzer das Fahrzeug allerdings wiederer­kennen würde, ist fraglich: Die zwei „Kurvenräu­ber“ – so der Teamname des Duos – haben ihr Vehikel rallyetaug­lich gemacht: Auf dem Dach ist ein robuster Träger für Ersatzreifen und Gepäck montiert, an dem Zusatzleuchten für nächtliche Fahrten durch die Wildnis befestigt sind. Im Heck befindet sich die ausgeklü­gelte Stauraum-Bett-Konstruk­tion. Die Rallye-Optik perfekt machen die matt-schwarze Lackierung, die gut sichtbare Startnummer 62 sowie die Sponsoren-Aufkleber. „Jedes Team, das am Baltic Sea Circle teilnimmt, muss mindestens 750 Euro für einen guten Zweck einsammeln. Wir haben Freunde, aber auch Unternehmen angefragt und enorme Unterstüt­zung erfahren.“ Auch bei M Plan, wo Radus bis Januar 2018 selbst noch tätig war, fragte der 30-Jährige nach – und stieß auf großes Interesse und Spendenbe­reit­schaft. „Zusammen mit zwei weiteren Freunden, die in einem alten Volvo ebenfalls an den Start gehen, haben wir bis jetzt insgesamt mehr als 8.000 Euro einsammeln können“, so Radus. Das Geld wollen die Freunde krebskranken Kindern zugutekommen lassen.

Party mit anderen Auto-Verrückten am Polarkreis

Mittlerweile ist alles, was für den wilden Ritt rund um die Ostsee benötigt wird, gut verstaut. Auch ein Handbuch und Werkzeug, um notwendige Reparaturen notfalls in Eigenregie vorzunehmen, ist an Bord. Es ist also alles bereit für den Start ins große Abenteuer. Die Zielsetzung ist ebenfalls längst klar: „Wir werden losfahren und sehen, was passiert. Ich freue mich vor allem sehr darauf, rauszukommen, abzuschalten, viele neue Eindrücke zu sammeln und unvergess­liche Momente mit meinen Freunden zu erleben“, so Radus. Falls möglich wollen die vier Freunde bei ihren Stopps in Kaliningrad und St. Petersburg auch ein WM-Spiel live im Stadion ansehen. „Ein ganz besonderes Highlight wird aber sicherlich die Party mit den anderen Teilnehmern. Wann kommt man schließlich sonst dazu, mit anderen positiv Auto-Verrückten am Polarkreis eine Nacht, die aufgrund der Jahreszeit keine sein wird, durchzufeiern?“

Sie wollen wissen, was die Kurvenräuber auf Ihrer Fahrt erleben? Auf unserer Facebook-Seite werden wir weiter über Steve Radus‘ Rallye-Erlebnisse berichten.