Image: 1960er Chevrolet Impala: Beliebt über die Zielgruppe hinausM PlanM PlanClassic-Car und Alltime-Bestseller von Chevrolet: Ein 1960er Impala mit Bubble Top
Car StoriesEverybody´s Darling

1960er Chev­rolet Impala: Beliebt über die Ziel­gruppe hinaus

Lesezeit ca.: 3 Minuten

Es gibt wenige Fahrzeug­mo­delle in der Geschichte des Automobils, die in so vielen Bereichen die Nase vorn haben wie der Chevrolet Impala. Als Alltime-Besteller ist er über Jahrzehnte ein lukrativer Glücksfall für den Autobauer aus Detroit.

14. August 2018

In unzähligen Filmen und Serien ist der Impala der wahre Star auf der Leinwand. Mit seinen charakte­ris­ti­schen Heckflossen gilt er als Design-Ikone der 60er-Jahre und darüber hinaus. In der Hip Hop-Szene führt er seit Jahrzehnten die Hitparade der Lieblings­mo­delle US-amerikani­scher Rapper an. Und für viele andere ist er schlichtweg die Verkörpe­rung von Eleganz und Luxus.

Diese Eleganz und sicher auch das Tempo, die die westafri­ka­ni­sche Antilopenart Impala verkörpert, hatten die Konstruk­teure von Chevrolet wohl vor Augen, als sie 1958 dieses sechszylin­dri­sche Modell erdachten. Ordentlich Speed sollte der neue Full-Size-Wagen des Detroiter Autobauers auf die Straßen bringen. Gleichzeitig sollte das Modell mit dem springenden Impala-Bock im Emblem mit seinem Design die Besserver­diener ansprechen. Auf die eleganten Heckflossen, die kullerrunden Rückleuchten und das gediegene Äußere des Modells fuhren aber offenbar nicht nur Ärzte und Firmenchefs ab. Mit 13 Millionen verkauften Modellen zwischen 1957 bis 1996 brach der Impala alle Erwartungen.

Ein Bestseller und Leinwand­star

Seine äußerst fotogene Erscheinung und natürlich das stilbildende Design verschafften dem Impala auch zahllose Rollen in Werbespots, Musikvideos und Spielfilmen. Fast 4.500 Leinwand-Auftritte zählt eine der einschlä­gigen Datenbanken für Autos in Filmen. Darunter echte Kassenschlager wie „Highway Patrol“, „Forest Gump“, die Serie „Starsky and Hutch“, die Kinderfilm­reihe „Cars“ und „The Fate of the Furious“ einem der Filme aus der “The Fast and the Furious”-Reihe, bei der es hauptsäch­lich um Street-Racings geht. Einer der Helden des Films übergibt nach einem solchen Rennen seinem Cousin den Schlüssel für seinen Impala. Der quittiert das mit den ehrfürch­tigen Worten: „Deinen Impala? Ist das dein Ernst?“

Yo, der perfekte Low Low

Vor allem die Hip-Hop-Szene der kaliforni­schen US-Küste hat seit Jahrzehnten ein ungebrochenes Faible für den Impala. Dieser Schlitten bringt den Bad Boyz Glanz in die trostlose Hood und Showeffekte in die Musikvideos von Ice Cube und Dr. Dre. Er macht aus den Rappern Stars. Der Hip Hopper Ice Cube fuhr schon immer gerne mit seinem Impala durch das L.A.-Ghetto Compton. 1991 dann auch im Film „Boyz N the Hood“. Spätestens seitdem ist der Impala in der Szene das It-Auto schlechthin.

Einen weiteren Grund für seine Beliebtheit bei den Hip-Hoppern bezieht der Impala aus den besonderen Gegebenheiten seines Rahmens. Dessen X-Form erlaubt es den Tunern und Schraubern, die Karosserie an individu­ellen Punkten anheben zu können. Mal nur am Vorderreifen, mal am hinteren Rad. Mit Hilfe einer eingebauten elektrisch betriebenen Hydraulik­pumpe kann man so das Auto bouncen, also springen lassen. Nicht umsonst nennt man getunte Autos dieser Art Jumpcars, Lowrider oder Low Lows. Ein großes Vergnügen für den, der seinen getunten Lowrider-Impala samstagabends vor dem vollbesetzten L.A.-Straßencafé – unter bewundernden Blicken – richtig schön hoch und runter titschen lassen kann. Im Takt der wummernden Hip-Hop-Bässe, versteht sich.

Unauffällig, aber nicht weg vom Fenster

Eine solche Erfolgsstory hätte sich der Chevrolet-Mutterkon­zern General Motors in den 1960er-Jahren nie träumen lassen. Und schon gar nicht, dass der Impala mal das perfekte Lowrider-Material für eine damals noch gar nicht existente Musikbewe­gung sein würde. Im Laufe der Zeit jedoch hat der Impala, der nun schon in der zehnten Generation produziert wird, erheblich an Charisma eingebüßt. Langweilig trifft es wohl am ehesten. So langweilig, dass sich der Schauspieler Ryan Gossling in dem Film „Drive“ für einen 2009er-Impala entscheidet – um einen möglichst unauffäl­ligen Wagen für einen Raubüber­fall zu haben.