Image: 1964 ½er Ford Mustang Convertible – ein historisches Auto mit GeschichteM PlanM PlanBernd Nau und sein Mustang: Über die Suche und über das Fahrzeug gibt es viel zu erzählen.
Car StoriesHappy End nach 22 Jahren Suche

1964 ½er Ford Mustang Conver­tible – ein histo­ri­sches Auto mit Geschichte

Lesezeit ca.: 4 Minuten

Es war das Jahr 1995 als Bernd Nau im Alter von 28 Jahren, heute Project Manager bei M Plan, sich mit dem Mustang-Virus infizierte. Doch es sollte 22 lange Jahre dauern, bis er sich seinen Wunsch vom Traumwagen tatsächlich erfüllen konnte. Bis es soweit war, motivierte ihn ein 1:18-Mustang-Modell im Hausflur täglich, nicht aufzuste­cken.

14. November 2018

Von Autos fasziniert war Bernd Nau von Kindesbeinen an – und vielleicht sogar mehr als das. Im Alter von zehn Jahren begann er, Autos in 45-Grad-Ansicht zu zeichnen. Die Tatsache, dass sein älterer, ebenfalls autoaffiner Bruder im Alter von 18 Jahren seine eigene Werkstatt aufmachte, befeuerte Bernd Naus Faszination für Automobile weiter und auch er selbst ‚bastelte‘ an seinem ersten Auto – ein VW Käfer – herum. So wurde aus Faszination schließlich eine ausgeprägte Leidenschaft, die ihn bis heute nicht losgelassen hat. Sowohl privat als auch beruflich stehen Fahrzeuge bei Bernd Nau hoch im Kurs. Während beruflich aber Neuentwick­lungen auf dem Programm stehen, hängt im Privaten das Herz eher an den alten Schätzen. „Seit ich im Jahr 1995 mit dem Ford Mustang mein absolutes Traumauto ausgemacht hatte, war für mich klar: So einen möchte ich auch einmal besitzen.“ Ganz genau sollte es ein Ford Mustang GT aus dem Jahr 1966 sein, dem Geburtsjahr von Bernd Nau. Doch weder die Angebote in den nationalen und internatio­nalen Fachmaga­zinen oder im Internet waren überzeugend. Und auch Reisen in die USA brachten nicht das gewünschte Ergebnis.

Ein Traum in Wimbledon-White

Über zwei Jahrzehnte mal mehr, mal weniger intensiver Suche vergingen, bis Bernd Nau schließlich im April 2017 erneut auf gut Glück ein amerikani­sches Fahrzeug­portal im Netz ansteuerte, die Suchkrite­rien definierte und die Ergebnis­liste durchfors­tete. Sofort fiel ihm die Anzeige eines weißen Mustang Convertible aus Kalifornien ins Auge, im gleichen Moment war es um ihn geschehen. Bernd Nau wusste: Die lange Suche könnte jetzt ein Ende haben. „Ein Fahrzeug aus der ersten Serie, Modelljahr 1965, aber bereits gebaut am 07.April 1964 – und damit 10 Tage vor der Vorstellung der Öffentlich­keit, weshalb man auch vom 1964 ½ spricht. Außenfarbe Wimbledon-White, das Interieur knallrot und ein weißes Verdeck – ich war hin und weg. Dass der Mustang und ich nicht das gleiche Baujahr hatten, spielte keine Rolle mehr. Ich hatte meinen Jackpot gefunden.“

Ford Mustang Detailaufnahmen, Bernd Nau am Steuer

Sofort nahm Bernd Nau telefonisch Kontakt zum Privatver­käufer auf. Im Gespräch bestätigte sich sein guter Gesamtein­druck. „Der Wagen war in zweiter Hand, der aktuelle Besitzer Inhaber einer renommierten Autowerk­statt, sämtliche Unterlagen zum Fahrzeug waren, außer dem ursprüng­li­chen Kaufvertrag, lückenlos vorhanden.“ Zudem fuhr der Mustang noch immer mit den originalen kaliforni­schen ‚Black Plates‘, die er bei seiner Zulassung 1968 in Kalifornien erhalten hatte. Die schwarzen Nummernschilder mit goldener Schrift wurden von 1963 bis 1969 ausgegeben. Kurzum: ein Oldtimer mit lückenloser Historie, aus besten Händen und damit in einwandfreiem Zustand.

Acht endlose Wochen Wartezeit

Dem Kauf folgten acht nervenauf­rei­bende Wochen, in denen der Wagen per Schiff seinen Weg nach Bremerhaven fand. Am 11. September 2017 war es dann endlich soweit. Bernd Nau konnte den Mustang zulassen und in seinem nach über zwei Jahrzehnten wahrgewor­denen Traum die ersten Kilometer über die bergischen Landstraßen cruisen. „Den 4,7-Liter-V8-Motor mit seinen 210 PS erstmals in Aktion zu erleben, zu spüren und zu hören, das bleibt für immer unvergess­lich.“

Wie gut der Zustand seines „Pony-Cars“ tatsächlich war, belegte auch der zweite Platz in der „Driver“ genannten Kategorie der aktiv gefahrenen Fahrzeuge beim Wettbewerb des First Mustang Club of Germany, dem Bernd Nau nun ebenfalls angehört. „Es war eine schöne Bestätigung. Gleichzeitig weiß ich nun, wo ich noch nachbessern muss, um meinen Mustang wieder so nah wie möglich an den Original­zu­stand zurückzu­bringen.“

Detailaufnahmen 1964 1/2er Ford Mustang Convertible

„Mustang-Virus“ an die kommende Generation weiterge­geben

2018 nutzte Bernd Nau gemeinsam mit seiner Frau den langen, trockenen Sommer bestmöglich aus. Nahezu jedes Wochenende steuerten die beiden im Mustang ein Oldtimer-Treffen an. „Ein bisschen gucken, ein bisschen gesehen werden, aber vor allem die Benzinge­spräche mit gleichge­sinnten – das ist es, was mich an diesen Treffen fasziniert. Die gegensei­tige Unterstüt­zung und der offene Austausch überwiegen, auch wenn einige wenige den konkurrie­renden Vergleich suchen. Aber da mache ich nicht mit.“ Fasziniert ist übrigens auch der dreijährige Enkel vom neuen „Familien­mit­glied“. „Für ihn ist es das Größte, wenn er mit seinem Opa im Mustang fahren darf“, erzählt Bernd Nau lächelnd. Es scheint, als hätte er sein Ziel, die Faszination für automobiles Kulturgut und den Mustang-Virus weiterzu­rei­chen, bereits erreicht.

Der Ford Mustang Convertible von Bernd Nau