Image: Porsche 911 RSRM PlanM PlanWenig Gewicht und ordentlich PS: Der Porsche 911 RSR bietet Rennfeeling pur.
Car StoriesFederleichter Gipfelstürmer

Porsche 911 RSR

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Der 911 RSR ist eine seltene Spezies, weltweit gibt es nur etwa 55 Originale. Unserer hier auf dem Foto ist keines davon. Bei diesem gelben 911 RSR handelt es sich um eine Replik. Deren Geschichte zeigt: Scheunen­funde sind schön – kosten aber auch jede Menge Nerven.

12. Dezember 2018

Ursprünglich wurde der 911er mit der Bezeichnung „Rennsport Rennen“ (RSR) Anfang der 1970er Jahre nicht für die Straße, sondern für die Rennstrecke und Bergrennen konzipiert. Das aerodyna­mi­sche Hilfsmittel, der Spoiler – von eingefleischten Rennsport­fans liebevoll „Bürzel“ genannt – sowie der rund 300 PS starke Motor zusammen mit der superleichten Karosserie mit einem Gewicht von nur 900 Kilogramm machten den Wagen zum Schätzchen für Rennfahrer und sehr ambitionierte Amateure. Dazu eine gnadenlose Kupplung, die keinen Millimeter Spiel duldete. Gut einparken kann man mit einem solchen Auto nicht, man muss es fahren. Und zwar schnell. Oder bergauf, denn der RSR ist mit seinen Drehzahl­mo­menten ein genialer Beschleu­niger am Berg.

Vom Scheunen­fund zum Großglockner-Bezwinger

Unser 911 RSR ist ein wahrer Gipfelstürmer. Mit seinen 308 PS und den 950 Kilogramm Gewicht hat er bereits den Großglockner bezwungen und zwar mühelos. Bei der Bergtour hilfreich waren sicher das aus einem Porsche 915 ausgebaute Getriebe mit kurzer Übersetzung für Bergrennen, sowie der Wevo-Shifter, ein Ganghebel mit Schaltweg-Verkürzung.

Dass der gelbe Flitzer irgendwann mal fahrbereit sein würde, geschweige denn, den Großglockner bezwingt, das hätte am Anfang wohl niemand gedacht. 2015 fand ihn sein Besitzer in einer Scheune, wo der 911er bereits zehn Jahre schlummerte. Entsprechend dauerte es seine Zeit, bis das Fahrzeug wiederer­weckt und TÜV-bereit war.

Der 911er kostete Zeit und Nerven

In dieser Aufbauphase raubte der 911er seinem Besitzer jede Menge Nerven. Nichts lief rund bei der Restaurie­rung des Rennwagens mit Straßenzu­las­sung. Zwei nach längerer Schrauberei gründlich in die Hose gegangene Probefahrten trugen Ihren Teil zum Unmut bei. Bei der ersten Probefahrt musste das Not-Aus betätigt werden, weil das Gaspedal hängenblieb. Beim zweiten Mal lief Sprit in den eingebauten 3,6 Liter-Motor eines Porsche 964, Baujahr 1990. Immerhin: Von einem Brand blieben Fahrer und Fahrzeug verschont.

Nach dem Motto „Schön ist, was gefällt“ erreichten nach schlussend­lich gelungener Wiederher­stel­lung der „inneren Werte“ die äußeren Merkmale weitaus schneller den gewünschten Endzustand – inklusive der 18-Zoll-Felgen, denen die originalen 15-Zöller weichen mussten. Ohnehin legte der Besitzer beim 911er RSR sein Augenmerk weniger auf Wahrung des Zustands von einst. Die Devise lautete: Nichts muss original sein. Wichtig ist nur, dass es gefällt. Und das tut es.