Image: Knut Tirochs 1949er Mercury “Rockabilly Freakout”M PlanM PlanKnud Tiroch erschuf diesen preisgekrönten Wagen. Basis ist ein 1949er Mercury
Car StoriesAirbrush-Kunst trifft Dragster-Virus

Knut Tirochs 1949er Mercury “Rocka­billy Freakout”

Lesezeit ca.: 3 Minuten

Man nehme einen 1949 Mercury, verpasse ihm ein Kunstwerk von einem Airbrushing, unterziehe ihn einem Hot Rodding vom Feinsten. Fertig ist das preisgekrönte Gesamtkunst­werk. Aber wer kommt auf so eine genial-verrückte Idee? Wir bringen Licht ins Dunkel…

26. März 2019

Wir haben es an dieser Stelle ja öfter mit Autos zu tun, die wohlklin­gende oder ungewöhn­liche Namen haben. Doch der Rockabilly Freakout, den man als „Rockabilly-Wahnsinn­s­trip“, aber auch als „Rockabilly-Schrecken“ übersetzen kann, verspricht schon so einiges an Nervenkitzel. Erdacht und zum Leben erweckt wurde das Vehikel im österrei­chi­schen „Hotrod Hangar“. Hier sitzt der Airbrush-Künstler Knud Tiroch, der den 1949er Mercury zu einem Gesamtkunst­werk gemacht hat.

Leidenschaft für Airbrush und Autos

Die Arbeit mit der Spritzpis­tole ist für Knud Tiroch kein Job, sondern sein Leben. Nach dem abgeschlos­senen Kunststu­dium ging er nach Chicago, um das Airbrushing zu verfeinern. Er lernte dort die Graffiti- und Großkulis­sen­technik. In Chicago wurde er bei einem Rennen mit dem Dragster-Virus infiziert. Seine Liebe und Leidenschaft für schnelle Autos und das Airbrushing fanden hier zusammen.
G-Rave, so nennt Knud Tiroch seine eigene Kunstrich­tung und -technik, für die er Pinsel, Spachtel und die Airbrush-Pistole einsetzt. Seine Motive: Technik, Hektik, Chaos und Unruhe. Und Bewegung. Nebelartige Gebilde, Rauch und immer wieder Flammen tauchen in den Designs auf. Diese Elemente geben Dynamik und deuten auf Bewegung hin. Perfekt für den Automotive Bereich.

Bei Promis begehrt

Inspiration für seine Motive holt sich Tiroch auf der Straße, bei Rennen und bei Automobil­shows, zu denen er quer über den Globus reist. Zu seinen Kunden zählen unter anderem Prominente wie Arnold Schwarze­negger, ZZ-Top, Fürst Albert von Monaco und David Coulthard. Auch in der Formel 1 ist Tiroch aktiv und gestaltet und lackiert seit dem Start des Teams Toro Rosso alle Fahrzeuge des Stalls.

Jedes Design wird per Hand vorgezeichnet, Farben werden individuell angemischt. Für den Rockabilly Freakout wurden Farben kreiert, die je nach Lichtein­fall den Farbton des Wagens verändern und irgendwo zwischen Dunkelgrau, Braun, Metallic und Gold changieren. Die roten Hellrider-Flammen umzüngeln Totenköpfe, die dank einer speziellen Hologramm-Technik erst bei einem bestimmten Lichtein­fall voll sichtbar werden. So entsteht der Eindruck einer wahren Geisterer­schei­nung.

Und auch innen setzt sich das Freakout-Konzept fort – in Stichworten, die als Inschriften im Motorraum und in den Türfalzen eingearbeitet sind. Lässt man den Wagen an, leuchten in den Totenknöpfen, die die Armaturen des Wagens zieren, die Augen rot auf.

Schon im Wiegenalter vernarrt in Autos und Rennen

Einige Preise hat der umgestal­tete Mercury bereits auf internatio­nalen Car-Shows eingeheimst, auch auf der hiesigen Kustom Kulture Forever. Der Rockabilly Freakout ist übrigens nicht der einzige Wagen aus dem Hotrod Hangar, der ein Gesamtkunst­werk darstellt. Im Fuhrpark befinden sich ähnlich ausgefal­lene Autos, die Knud Tiroch in Zusammen­ar­beit mit seinem Sohn Dominic zu Ikonen auf vier Rädern gemacht hat. 

Vater Knud ist fürs Design verantwort­lich. Sohn Dominic, der schon mit 12 Jahren das Race College besuchte und seit 1999 äußerst erfolgreich im Formel-Rennsport aktiv ist, ist der Hot Rod-Spezialist in der Werkstatt. Eine wahre Vater-Sohn-Auto-Kunst-Symbiose.