Image: Testfahrer Bond, James BondEiner der berühmtesten Testfahrer der Welt: Daniel Craig, der James Bond letztmals in „Keine Zeit Zu Sterben“ verkörpert. | Danjaq, LLC & Metro-Goldwyn-Mayer Studios Inc. All Rights Reserved.
NewsConnected CarAutonomes FahrenHollywood-Serie Teil 1

Test­fahrer Bond, James Bond

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Wenn Hollywood Autos entwirft, dann wird’s verrückt… Obwohl, viele Film-Erfindungen sind tatsächlich automobile Realität geworden. Wir zeigen in unserer neuen M Plan-Blog-Serie, wie „Zurück in die Zukunft“, „Blade Runner“ & Co. die Automobil­welt von heute beeinflussten. Teil 1: James Bond.

24. April 2020

Dem Gegner ist selbst James Bond nicht gewachsen: Das Coronavirus hat die Welt zum Stillstand gebracht. Eine Folge, die angesichts des großen Ganzen natürlich unwichtig erscheint: Der deutsche Kino-Start des neuen Bond-Films „Keine Zeit Zu Sterben“ wurde vom April auf den 12. November 2020 verschoben. Die Fans des berühmten Geheimagenten in Diensten ihrer Majestät müssen sich also noch etwas gedulden, bis sie das neue 007-Abenteuer erleben dürfen.

„Keine Zeit Zu Sterben“ ist der 25. Bond-Film insgesamt, er zeigt den letzten Auftritt von Daniel Craig in der Rolle von James Bond. Nur wenig wurde vom Inhalt bisher bekannt gegeben – da sind die Bond-Macher fast so geheimnis­voll wie die Disney-Filmstudios in allen Fragen zu neuen „Star Wars“-Filmen. Sicher ist nur, dass Cary Joji Fukunaga, bekannt bisher vor allem durch seine geniale Inszenie­rung der ersten Staffel von „True Detective“, Regie führte.

Britische Film-Geheimdienst-Hausmarke: Aston Martin

Außerdem weiß man, dass James Bond zu Beginn des Films das Leben auf Jamaica genießt, dann aber einen Wissenschaftler retten muss, damit die Welt nicht in die Hände eines neuen Bösewichts fällt. Auch sein alter Gegner Blofeld, gespielt von Christoph Waltz, taucht wieder auf – das wird im offiziellen Filmtrailer verraten. Dort sind auch für wenige Sekunden verschie­dene Auto-Modelle der britischen Film-Geheimdienst-Hausmarke Aston Martin zu sehen.

Denn einiges haben Internet-Paparazzi tatsächlich vorab herausge­funden. James Bond soll in „Keine Zeit Zu Sterben“ insgesamt vier Aston-Martin-Autos steuern: einen DB5 (der Bond-Klassiker aus dem Jahr 1963), einen V8 Vantage (ein Modell, das erstmals 1972 vorgestellt wurde) sowie die neuen Modelle Valhalla und DBS Superleg­gera (letzterer ist das Folgemodell des 2018 eingestellten Vanquish). Mit welchen technischen Science-Fiction-Spielereien die Fahrzeuge bestückt sind, darüber war vorab nicht viel zu erfahren. Sicher aber ist: Viele Accessoires aus früheren Filmen, die zunächst als irre Hollywood-Erfindungen abgetan wurden, sind heute tatsächlich Realität. Schauen wir zurück:

Als autonomes Fahren Agenten-Science-Fiction war

1997. Ein Parkhaus in der Hamburger Innenstadt. Sieben schwer bewaffnete Männer stehen um einen nagelneuen 7er BMW herum. Der Besitzer hockt versteckt zwischen anderen parkenden Autos, greift in sein Jackett und holt ein Handy heraus. Er tippt zweimal auf das Touchpad und startet so seine Limousine aus sicherer Entfernung. Über den Handy-Monitor steuert er das Auto mit quietschenden Reifen übers Parkdeck, springt dann durch das sich automatisch öffnende Fenster auf die Rückbank, steuert von dort weiter via Handy, springt dann wieder aus dem Auto heraus, kurz bevor der Wagen eine Wand durchbricht und tief unten auf der Hamburger Mönckeberg­straße in die Filiale einer Autovermie­tung crasht. Eine irre Verfolgungs­jagd, Hightech-Accessoires, ein Superheld im Markenanzug? Klar, der Name des BMW-Fahrers ist Bond, James Bond.

Dass Pierce Brosnan alias James Bond im Film „Der Morgen stirbt nie“ sein Auto via Handy steuert, war 1997 eine Sensation. Denn damals galt eine Fernsteue­rung für Pkw als Agenten-Science-Fiction. Heute nicht mehr. Nahezu alle großen Autohersteller und Zuliefer­un­ter­nehmen entwickeln Systeme zum autonomen Fahren. Bereits seit einigen Jahren ist es zudem möglich, etwa Modelle von Mercedes oder BMW per App ein- und ausparken zu lassen. Neuere Modelle können inzwischen auch fast komplett ohne Zutun des Fahrers seitlich einparken.

Bond-Regisseure als Mobilitäts-Visionäre

"Bond"-Regisseur Roger Spottiswoode kann insofern als Mobilitäts-Visionär angesehen werden – wie viele seiner Hollywood­kol­legen. Auch Regisseur Guy Hamilton ließ Bond – gespielt von Sean Connery – bereits im Film Goldfinger aus dem Jahr 1964 als Visionär über den Asphalt rauschen. So hatte Geheimdienst-Erfinder Q das Bond-Mobil mit einem Ortungssystem ausgestattet, das mittels eines Bildschirms im Cockpit die Position eines Signalge­bers auf einer Karte zeigte – das wohl erste Fahrzeug-Navigati­ons­gerät der Welt.

Nicht alle Erfindungen von Q – in den neueren Bond-Filmen ab 2012 von Schauspieler Ben Whishaw gespielt – haben bis heute den Weg in die Realität gefunden. Bonds Aston Martin war in „Ein Hauch des Todes“ 1987 zum Beispiel mit Laserkanonen, Raketenan­trieb und ausfahrbaren Kufen für den Einsatz im Schnee ausgerüstet. In „Skyfall“ (2012) zählte der DB5 eine Raketenab­schuss­rampe zu seiner Sonderaus­stat­tung. Und auch ein eher klassisches Bond-Feature im Agenten-Wagen des neuen Films „Keine Zeit Zu Sterben“, das man im Trailer bewundern kann, wird hoffentlich nie in Serie gehen: Hinter den Scheinwer­fern befinden sich Maschinen­ge­wehre.