Image: Die Propheten von „Zurück in die Zukunft“Futuristisch mutet der DeLorean an, mit dem Zeitreisen in „Zurück in Zukunft“ möglich waren. | Godfrey/Morton

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NewsHollywood-Serie Teil 2

Die Propheten von „Zurück in die Zukunft“

Lesezeit ca.: 4 Minuten

In Teil 2 unserer Hollywood-Serie zeigen wir, wie die Film-Trilogie „Zurück in die Zukunft“ wesentliche Automobil-Innovationen vorwegnahm, womit Regisseur Robert Zemeckis als Visionär angesehen werden darf.

26. Juni 2020

„Straßen? Wo wir hinfahren, brauchen wir keine Straßen.“ – Dieser Satz ist Filmgeschichte, so wie „Houston, wir haben ein Problem“, „Nobody’s perfect“ oder „Möge die Macht mit dir sein“. Der Satz wird gesprochen von Christopher Lloyd, der in der Filmtrilogie „Zurück in die Zukunft“ Dr. Emmet Brown spielt. Am Ende von Teil 1 klappt „Doc“ Brown sein Visier herunter, das zur Zeitmaschine umgebaute Automobil der Marke DeLorean hebt vom Boden ab und fliegt in die Zukunft. Diese Szene ist einer der berühmtesten Cliffhanger Hollywoods.

Fiebrig warteten die Filmfans seinerzeit, Mitte der 1980er Jahre, wie es wohl im zweiten Teil der Trilogie weitergehen würde. Auf jeden Fall verrückt: Fliegende Autos. Eine Welt ohne Straßen. Und hey, Bananenschalen als Sprit! Denn auch das galt damals als Science-Fiction: Kurz vor dem Zeitsprung ins Jahr 2015 – und damit in den zweiten Teil von „Zurück in die Zukunft“ – schüttete Erfinder Brown Müll in den Tank seiner Zeitmaschine, Bananenschalen, Bierreste, sogar die leere Bierdose.

Bananenschalen als regenera­tive Treibstoff­quelle

Dass Doc Brown mit seinem DeLorean gar nicht so weit entfernt war von der Realität, konnte damals keiner ahnen. Zwar wurde noch kein Äquivalent zum Zeiten überwindenden Bauteil namens Fluxkompen­sator entwickelt, doch alternative Antriebe sind heute eines der wichtigsten Themen der Automobil­in­dus­trie. Energie aus der Steckdose, aus Brennstoff­zellen, aus Bio-Gas – da ist die Bananenschale als regenera­tive Treibstoff­quelle nicht weit. Regisseur Robert Zemeckis kann insofern als Visionär angesehen werden – wie viele seiner Hollywood­kol­legen. Selbst fliegende Autos sind in der Automobil­in­dus­trie heute keine Fantasterei mehr. Mittlerweile gibt es verschie­dene ernstzuneh­mende Pilot-Projekte – nie war dieser Begriff treffender – mit Flugdrohnen und Flugtaxis.

Zurück in die Zukunft„Doc“ Brown (rechts), Marty McFly und seine Freundin Jennifer reisen in Teil 2 der Film-Trilogie ins Jahr 2015.

„Doc“ Brown, Schüler Marty McFly und dessen Freundin Jennifer werden zu Beginn von Teil 2 der Trilogie ins Jahr 2015 katapultiert – direkt auf eine fahrbahn­lose Autobahn in luftiger Höhe. Viele der vermeint­lich irren technolo­gi­schen Errungen­schaften dieses fiktiven 2015 – in Hollywood erdacht Ende der achtziger Jahre – sind heute Realität. So erreicht Marty, gespielt von Michael J. Fox, den futuristi­schen Rathausplatz der Filmklein­stadt Hill Valley, wo er von einem Hai attackiert wird. Es ist natürlich nur ein dreidimen­sio­naler Hologramm-Hai, der für „Teil 19“ des Films „Der Weiße Hai“ Werbung macht.

Augmented Reality, also die Erweiterung der realen Welt um virtuelle Aspekte, ist heute bereits eine viel genutzte Technologie, auch in der Mobilitäts­branche. VW etwa arbeitet an Augmented Reality-Displays, bei denen Anzeigen wie der Abbiegepfeil künftig nicht mehr im Auto aufblinken, sondern dreidimen­sional direkt auf Augenhöhe des Fahrers und so scheinbar vor dem Wagen auf der Fahrbahn auftauchen. Auch dreidimen­sio­nale Anzeigen, die ganz ohne den Einsatz von 3D-Brillen funktionieren, werden von Automobil­zu­lie­fe­rern bereits entwickelt. 

Vorbild Hoverboards

Und auch der alternative Biomüll-Antrieb des DeLorean DMC-12, der mit dem Treibstoff­ge­ne­rator „Mr. Fusion“ fährt und fliegt, ist nicht weit von der heutigen Realität entfernt. Batterie­be­trie­bender Elektromotor, Brennstoff­zel­len­an­trieb, Erdgas-Autos – das Portfolio ist bunt. Toyotas mit Wasserstoff betriebene Limousine Mirai könnte in Zukunft sogar mit Energie aus Kuhdung betrieben werden. Das sagte zumindest Toyotas Operating-Officer Shigeki Terashi im Frühjahr 2020.

Selbst das heute so wichtige Thema Mikromobi­lität wird in der Filmreihe von Robert Zemeckis eingeführt. Zwar düsen die Menschen nicht mit Elektro-Scootern durch die Innenstadt – dafür aber mit Hoverboards. Auf diesem Zentimeter über dem Boden schwebenden Skateboard flieht im Film Marty vor Griff, dem Enkel seines Dauerrivalen Biff Tannen. Fast jeder Bewohner vom fiktiven Hill Valley ist mit einem solchen Board ausgestattet. Und selbst das Prinzip des schwebenden Kurzstre­cken-Mobils ist nicht länger Fiktion. Zumindest für einen Werbeclip hat Toyotas-Luxusmarke Lexus den schwebenden Prototyp „Lexus Slide“ 2015 tatsächlich entwickelt. Und bereits ein Jahr zuvor zeigte auch das US-Start-up Hendo Hover ein schwebendes Board. Serienreif ist jedoch keines der beiden Modelle.

Flatscreens, Videotele­fonie und Datenbrillen vorausge­sehen

Allerdings lagen die Macher von „Zurück in die Zukunft“ auch ordentlich daneben. So stehen noch überall in Hill Valley Telefonzellen herum – das Handy hatten Zemeckis & Kollegen nicht auf dem Schirm. Und dass das modernste Kommunika­ti­ons­mittel im fiktiven 2015 das Fax-Gerät sein würde (Martys Kündigung wird ihm via Fax zugestellt), ist dann auch eher eine Fehleinschät­zung.

Ansonsten aber war „Zurück in die Zukunft“ nah an der heutigen Realität, selbst bei nebensäch­li­chen Details. Flatscreens, Online-Bezahldienste, Videotele­fonie, Sprachsteue­rung und sogar eine an die Google-Glasses erinnernde Datenbrille – all das ist heute so oder ähnlich Realität.